Eine Börse für Mittelstand und Kleinanleger

- München - "Wohlstand und Ruf der Stadt im Allgemeinen zu fördern und das Bürgerglück im Einzelnen zu erhöhen": Das war das erklärte Ziel der freien Vereinigung Münchner Geschäftsleute, als sie mit der Kaufmannsstube den Grundstein für die Börse der damaligen königlichen Residenzstadt München legten. Der erste Kurszettel vom 16. Dezember 1830 war noch recht übersichtlich - eine bayerische Staatsanleihe, drei österreichische Staatspapiere, sieben Lose und eine Aktie. Heute, exakt 175 Jahre später, ist die Börse München zum Handelsplatz von 4300 Aktien und 2000 Renten geworden, nationale und internationale Werte - und sie kann entspannt feiern.

Nach einigen harten Börsenjahren kommt der Markt für Neuemissionen wieder in Schwung, viele private Anleger trauen sich nach den Tiefschlägen nach dem Boomjahr 2000 wieder zurück aufs Börsenparkett. Die Bayerische Börse hat wichtige Weichen beizeiten gestellt. Vor allem den technischen Fortschritt hat man stets vorangetrieben. So übertrug die Bayerische Börse als erste bundesweit variable Kurse per Fernsehen direkt in die Bankhäuser und gab die Aktiennotierungen schon ab 1982 in Echtzeit an die Nachrichtenagenturen. 2003 schließlich, im schwächsten Börsenjahr seit langem, ging das neue Handelssystem Max-One in Betrieb, das den Handel nach Art einer Computerbörse organisisiert und die Anwesenheit von Kursmaklern im Handelssaal am Lenbachplatz nicht mehr erforderlich macht. Diese Plattform hat vor allem auch für Kleinanleger viele Vorteile, da ihnen Max-One zum Beispiel den besten Preis aller Börsenplätze garantiert und das Verfahren transparent und fair ist.

Bayerns neuer Wirtschaftsminister Erwin Huber hebt vor allem die Rolle der Regionalbörse für den Mittelstand hervor. Zwar bleibe der Bankkredit wichtigster Weg zur Kapitalbeschaffung, doch wachse auch die Bedeutung von Börsengängen. Für Mittelständler komme es dabei darauf an, den Gang aufs Parkett möglichst ohne allzu hohen bürokratischen und Kosten-Aufwand antreten zu können. "Mit ihrem am 1. Juli 2005 neu gestarteten Marktsegment M:access bietet die Börse München hierfür gute Voraussetzungen und unterstreicht damit die Kompetenz als Börse für den Mittelstand", sagt der Minister.

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