Eine Milliarde Euro Minus bei Krankenkassen

Berlin - Ein kräftiger Anstieg der Ausgaben für Arzneimittel, Kliniken und Ärzte hat den gesetzlichen Krankenkassen im ersten Halbjahr ein Defizit von 940 Millionen Euro eingebracht.

Wegen erwarteter Mehreinnahmen durch die Beiträge auf das Weihnachtsgeld werde die Krankenversicherung aber im Gesamtjahr keine roten Zahlen schreiben, berichtete das Bundesgesundheitsministerium am Dienstag in Berlin weiter. Den Kassenausgaben in Höhe von 79,24 Milliarden Euro standen Einnahmen von 78,3 Milliarden gegenüber. Dabei stiegen die Beitragseinnahmen in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent je Mitglied.

Auch die Kassen rechnen mit einem "ausgeglichenen Finanzergebnis" für 2008, sagte die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer. Der ab 2009 geltende Einheitsbeitrag für den Gesundheitsfonds müsse wegen der Ausgabensteigerungen aber höher als der heutige Durchschnittsbeitrag liegen. Der Chef der Barmer Ersatzkasse, Johannes Vöcking, bekräftigte, er erwarte einen Beitragssatz von 15,5 Prozent vom Bruttomonatseinkommen. Zur Zeit beträgt der Durchschnittssatz 14,92 Prozent. In drei bis vier Jahren würden zudem voraussichtlich alle Krankenkassen Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern nehmen müssen, sagte Vöcking in Berlin. Dies können sie künftig tun, wenn sie mit dem Beitrags- und Steuergeld aus dem Fonds nicht auskommen.

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