Für einen friedlichen Sommer: Immer auf den Nachbarn achten

- Wenn die Abende sommerlich lau, lang und länger werden, treibt es die Menschen wieder nach draußen. Neben dem Biergarten sind dann der eigene Balkon oder die Terasse gefragte Plätzchen. Ungemütlich wird es dort nur, wenn der Nachbar mosert, weil ihm der Grill stinkt, die Partygäste nerven oder ein Baum Schatten auf sein Grundstück wirft. Vorsicht, wenn er Recht hat, könnten Bußgelder drohen.

<P>Grillen<BR>Grundsätzlich ist Grillen auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten erlaubt. Allerdings kommt es immer wieder zu Streitereien mit den Anwohnern. Die Gerichte haben deswegen der ungezügelten Brutzelei einen Riegel vorgeschoben:<BR>Das Amtsgericht Bonn (Az.: 6 C 545/96) entschied, dass Mieter einmal monatlich auf Balkon oder Terrasse grillen dürfen. Voraussetzung: Sie sagen den Nachbarn zwei Tage vorher Bescheid.<BR>Ähnlich urteilte das Bayerische Oberste Landesgericht (Az.: 2 ZBR 6/99). In einer Eigentümeranlage seien fünf Grillfeste pro Jahr erlaubt, meinten die Richter.<BR>Strenger hingegen das Landesgericht Stuttgart (Az.: 10 T 359/96): Drei Mal oder sechs Stunden pro Saison dürften Würschtel und Halsgrat aufgelegt werden.<BR>Am lockersten war das Landgericht Aachen (Az.: 6 S 2/02). Im Sommer dürfe zwei Mal im Monat zwischen 17 und 22 Uhr gegrillt werden.<BR>Freunde der Holzkohle fahren am besten, wenn sie Anwohner mit ihrer Leidenschaft möglichst wenig stören. Vor dem Anzünden schafft ein Anruf klare Verhältnisse. Stellt man zudem den Grill weit weg auf, verflüchtigt sich der Rauch am Abendhimmel und nicht im nachbarlichen Schlafzimmer. Der Mieterbund empfiehlt zusätzlich Aluschalen, um die Qualmerei einzudämmen. Ein guter Tipp, denn die Geruchsbelästigung kann bis zu 500 Euro kosten.</P><P>Lärm<BR>Bei einem Flascherl Wein und 20 Grad bleibt man im Sommer gerne mal ein bisschen länger draußen sitzen. Bis 22 Uhr abends ist das erlaubt, der Nachbar muss Geplaudere und Geräusche ertragen, solange es nicht zu laut wird. Nach 22 Uhr herrscht allerdings Nachtruhe, die Gesprächsrunde muss sich drinnen _ bei Zimmerlautstärke - weiter unterhalten. Daran sollte man sich unbedingt halten, denn: "Wer andere durch unnötigen Lärm erheblich belästigt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro", warnt die DAS-Versicherung. Das gelte freilich auch für größere Gartenfeste. "Hier hält sich der Irrtum, dass man einmal im halben Jahr laut im Freien feiern darf. Aber die Ruhezeiten müssen ohne Ausnahmen eingehalten werden."</P><P>Balkon<BR>Ein Balkon im Sommer ist Gold wert. Wie man ihn benutzt, ist allein Sache des Eigentümers oder Mieters. Allerdings gibt es neben den beschriebenen Einschränkungen beim Grillen und Lärmen vor allem eines, auf das man gerade jetzt achten muss: Pflanzen. So weisen die Rechtsexperten der Arag-Versicherung darauf hin, dass Blumen-Liebhaber die im Sommer gedeihenden Gewächse zurückschneiden müssen, wenn sie den Nachbarn stören (Landgericht Berlin, Az.: 67 S 127/02). Beim Gießen der Pflanzen sollte man sich vergewissern, dass kein Wasser an der Fassade herunterläuft oder dem Nachbarn einen Stock tiefer in die Suppe tropft.</P><P>Garten<BR>Wenn Sträucher und Bäume im Garten wieder erblühen, ziehen oft dunkle Wolken über das Nachbarschaftsverhältnis, weil der Nebenmann plötzlich im Schatten sitzt. In diesem Fall sagt das Nachbarschaftsgesetz, was zu tun ist: Überhängende Äste absägen. Um Ärger zu vermeiden, sollten Hobbygärtner den "Pflanzenabstand" einhalten, der ebenfalls in diesem Gesetz geregelt ist. Sprich: Hecken, Sträucher und Bäume sollten mit einem halben Meter Abstand vom Nachbargrundstück eingesetzt werden.</P>

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