Einigung bei Bahn-Gewerkschaften: Keine Streikgefahr

-

Berlin (dpa) - Die Bahnkunden bleiben in der Vorweihnachtszeit weiterhin von Streiks verschont. Die Lokführergewerkschaft GDL und die größeren Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA einigten sich am Donnerstag nach langer Rivalität auf eine Zusammenarbeit.

Damit räumten sie eine Hürde für eine Lösung des monatelangen Tarifstreits beim bundeseigenen Konzern aus dem Weg. Der GDL-Vorsitzende Manfred Schell sprach nach einem Spitzentreffen bei Bahnchef Hartmut Mehdorn in Berlin von einem befriedigenden Ergebnis. Er bekräftigte, dass zunächst keine neuen Streiks drohten. Die Verhandlungen mit der Bahn sollen an diesem Freitag in Frankfurt/Main fortgesetzt werden.

Der Transnet-Vorsitzende Norbert Hansen sagte: "Wir sind einen erheblichen Schritt weitergekommen in der Frage des gegenseitigen Vertrauens." Im Rahmen eines neuen Tarifsystems soll die GDL mit der Bahn einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer aushandeln. Beide Seiten hatten in der vergangenen Woche vereinbart, darin bis Ende Januar Regelungen zu Arbeitszeiten und Entgelten festzulegen. Die GDL hatte bereits damals zugesagt, während der Verhandlungen auf Streiks zu verzichten.

Transnet und GDBA sollen parallel für fünf weitere Berufsgruppen- Tarifverträge mit der Bahn verhandeln. Bei dem Spitzentreffen wurde am Donnerstag eine gegenseitige Anerkennung der Tarifverträge vereinbart. Als Klammer über den sechs Funktions-Tarifverträgen soll ein Basis-Tarifvertrag mit allgemeinen Bestimmungen für alle Beschäftigten dienen.

Noch nicht geklärt ist jedoch, welche Beschäftigten in welche Funktionsgruppe fallen. Transnet beansprucht die Verhandlungsführung für die Lokführer in Werkstätten und auf Rangierbahnhöfen, die mehrheitlich bei ihr organisiert sind. In der Frage sei man nun aber gesprächsfähig, sagte Hansen nach dem Treffen. Die Kooperationsvereinbarung könne sicherstellen, dass Transnet-Lokführer tariflich nicht schlechter gestellt würden als Kollegen auf der Strecke, von denen die meisten Mitglieder der GDL sind.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte sich vor dem Treffen zurückhaltend zu den Chancen für eine Einigung in dem seit Monaten schwelenden Konflikt mit der GDL geäußert. "Die großen Probleme liegen immer noch vor uns. Es braucht noch viel Arbeit und Kompromissbereitschaft, um hier zu einer Lösung zu kommen." Auch Mehdorn hatte sich am Mittwoch "sehr skeptisch" gezeigt. Nach dem Treffen äußerte er sich nicht.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Investor interessiert am insolventen Küchenbauer Alno
Pfullendorf (dpa) - Für die Belegschaft des insolventen Küchenbauers Alno gibt es wieder etwas Hoffnung. In der kommenden Woche würden Gespräche geführt mit einem …
Investor interessiert am insolventen Küchenbauer Alno
BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW
München (dpa) - BMW ist verärgert über die Anträge von Daimler und Volkswagen, im Fall des Kartellverdachts gegen die deutsche Autoindustrie als Kronzeugen zur …
BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW
Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch
Die Warenhauskette Kaufhof steckt in der Krise - wie auch die kanadische Mutter HBC. Nun verlässt HBC-Chef Storch den Konzern. Kaufhof gibt sich gelassen.
Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch
EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet
Europa hängt bei Zukunftstechnologien in wichtigen Bereichen hinterher. Doch nach dem jüngsten EU-Gipfel können Online-Shopper und Nutzer des mobilen Internets hoffen.
EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet

Kommentare