Einigung bei Giesecke & Devrient

- München - Im Streit über die Verlagerung von Arbeitsplätzen beim Banknoten- und Chipkartenhersteller Giesecke & Devrient haben sich Geschäftsführung und Betriebsrat auf einen Sozialplan geeinigt. Es sollen Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung ausgelotet sowie eine Jobvermittlung und -beratung angeboten werden, teilte Giesecke am Dienstag in München mit. Der Einigung geht ein mehrwöchiger Streik im Werk Louisenthal voraus. Die Eckpunkte für den Sozialplan seien bei einer Sitzung der Einigungsstelle verabschiedet worden.

Die Gewerkschaft ver.di wollte die Einigung zunächst nicht bewerten. Noch für den Nachmittag waren eine Betriebs- sowie Streikversammlung und eine Sitzung der betrieblichen Tarifkommission anberaumt, bei der nach Gewerkschaftsangaben über ein mögliches Ende des Streiks entschieden werden sollte. Bei einem entsprechenden Votum könnte der Streik frühestens an diesem Mittwoch (30. November) beendet werden, sagte Gewerkschaftssekretärin Sabine Pustet.

Die Belegschaft des Werks am Tegernsee hatte seit dem 7. November die Arbeit ruhen lassen, um gegen die Pläne der Unternehmensleitung zu protestieren, einen Teil der Kartenproduktion in die Slowakei zu verlagern. Nach Angaben des Konzerns sind von dem Schritt 160 Stellen betroffen, ver.di hatte von 240 Arbeitsplätzen gesprochen.

Giesecke erklärte, man setze bereits Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung betroffener Mitarbeiter um. "Eine Transfergesellschaft sowie ein Härtefonds werden nicht eingerichtet", hieß es. Stattdessen will Giesecke "pauschal einen hohen sechsstelligen Zusatzbetrag" zur Verfügung stellen, bei dessen Verteilung die Vorstellungen des Betriebsrates maßgeblich berücksichtigt werden sollten. Man setze nun darauf, dass die Gewerkschaft die Einigung akzeptiere.

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