Einigung: Am Kiosk wird das Dosenpfand gerettet

- Berlin - Der Streit um das Dosenpfand ist entschärft. Die Ernährungsindustrie versprach Umweltminister Jürgen Trittin, bis zum 1. Oktober doch noch ein bundesweites Rücknahmesystem für Getränkedosen und Einwegflaschen aufzubauen. Daran beteiligen sich zunächst etwa 100 000 Geschäfte. Dagegen verbannen die Handelsriesen Metro, Tengelmann und Edeka Bier, Limo und Cola in bepfandeten Einweggefäßen aus den Regalen. Trittins Drohung mit Bußgeldern ist zunächst vom Tisch.

<P>Der Grünen-Politiker begrüßte, dass sich "bei Teilen der Wirtschaft die Vernunft durchgesetzt hat". Er hatte Handel und Industrie eine letzte Frist gesetzt, sich noch über ein einheitliches Rücknahmesystem einig zu werden. Sein Staatssekretär Rainer Baake sagte, die Zusage habe der Präsident des Verbandes der Deutschen Ernährungsindustrie, Peter Traumann, gegeben.</P><P>Die Führung beim Aufbau des Rücknahmesystems übernehme das Unternehmen Lekkerland-Tobaccoland, das vornehmlich kleine Verkaufsstellen wie Kioske oder Tankstellen beliefert. In den angeschlossenen Läden können Dosen und Flaschen bundesweit überall zurückgegeben werden. Traumann zeigte sich "hochzufrieden" mit der Absprache. Damit sei verhindert worden, dass ab Montag das "Getränkechaos" ausbreche. Bis 30. September bleibe für Verbraucher alles wie jetzt. Das Lekkerland-System sei für den gesamten Handel offen. Wer sich noch beteiligt, blieb aber unklar.</P><P>Die größten Handelskonzerne setzen auf andere Wege. So teilte die Metrogruppe mit Handelsnamen wie Metro oder Real mit, sie werde Getränke nur noch in pfandfreien Verpackungen anbieten. Ähnlich verfährt die Tengelmann-Gruppe mit bundesweit 750 Geschäften. Die zugehörigen Ketten Tengelmann, Kaisers und KD verramschten ihr Bier, Limo und Wasser in Dosen und Einwegflaschen zum halben Preis. Edeka, mit 9200 Märkten die größte deutsche Handelskette, erklärte ebenfalls, in Kürze werde es keine Getränke in pfandpflichtigen Einwegbehältern mehr geben. Nur die Bestände würden noch abverkauft.</P><P>Eine Sprecherin der Berliner Reichelt-Kette kündigte gegenüber dem "Tagesspiegel" ein ähnliches Verfahren an. Die Plus-Kette mit 2700 Läden erklärte, man werde künftig mehr Mehrweg verkaufen und gleichzeitig eine hausinterne "Insellösung" für Einwegverpackungen vorbereiten.<BR></P>

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