Mehr Geld

Einigung für die Metaller auch in Bayern

München - 3,4 Prozent mehr Geld bringt der Abschluss den Beschäftigten  in der Metall- und Elektroindustrie. Er orientiert sich am Pilotabschluss aus Baden-Württemberg.

Arbeitgeber und IG Metall in Bayern haben sich im Kern auf die Übernahme des Pilotabschlusses für die Metall- und Elektroindustrie aus Baden-Württemberg geeinigt. Die rund 790 000 Beschäftigten der Branche im Freistaat erhalten vom 1. April an 3,4 Prozent mehr Geld sowie eine Einmalzahlung von 150 Euro für die Monate Januar bis März 2015, wie Gewerkschaft und Arbeitgeber am Dienstagabend in München nach der vierten Verhandlungsrunde mitteilten.

Außerdem haben die Beschäftigten unter anderem Anspruch darauf, wegen persönlicher beruflicher Weiterbildung aus dem Betrieb auszuscheiden und anschließend wiedereingestellt zu werden auf einer gleichwertigen Position. Beim Thema Altersteilzeit einigten sich die Tarifparteien wie in Baden-Württemberg darauf, dass vier Prozent der Belegschaft darauf Anspruch haben sollen, wobei besonders belastete Beschäftigte - etwa Schichtarbeiter - dabei Vorrang haben.

Die Gremien müssen der Einigung nun noch zustimmen. Beide Parteien zeigten sich nach den gut zweieinhalbstündigen Gesprächen mit den Ergebnissen zufrieden. „Ich glaube, wir haben wieder gute Lösungen gemeinsam gefunden, die wir beide gut vertreten können, die im Sinne der Arbeitnehmer sind, die aber auch die Arbeitgeberinteressen berücksichtigen“, sagte Arbeitgeber-Verhandlungsführerin Angelique Renkhoff-Mücke.

Beim Thema Weiterbildung sei sie sich mit Bayerns IG-Metall-Bezirkschef Jürgen Wechsler von vornherein einig gewesen, nach einem bayerischen Weg zu suchen. „Und wenn wir beide nach einem bayerischen Weg suchen, dann finden wir den auch“, sagte Renkhoff-Mücke. Mit Blick auf die Entgelt-Regelung sagte sie: „Für die bayerische Metall- und Elektroindustrie ist die Entgelterhöhung ein schmerzlicher Kompromiss.“

Wechsler dagegen sprach von einer „guten Reallohnsteigerung“ für die Arbeitnehmer. Beim Thema Altersteilzeit habe man mit den vereinbarten Änderungen „den Nerv der Arbeitnehmer in den Betrieben“ getroffen. Die Beschäftigten könnten mit der Tarifeinigung zufrieden sein.

Am frühen Morgen hatten sich die Tarifparteien in Böblingen bei Stuttgart auf den Pilotabschluss verständigt. Der Entgelt-Tarifvertrag tritt rückwirkend zum 1. Januar 2015 in Kraft und endet am 31. März 2016. In Nordrhein-Westfalen einigten sich die Tarifparteien ebenfalls am Dienstagabend auf die Übernahme des Pilotabschlusses.

Die Gewerkschaft hatte ursprünglich 5,5 Prozent mehr Geld verlangt, die Arbeitgeber boten zunächst 2,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt. In den vergangenen Wochen hatte die IG Metall ihre Forderungen mit massiven Warnstreiks untermauert. Erst am Montag hatten in Bayern Zehntausende Beschäftigte zeitweise die Arbeit niedergelegt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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