Einigung im Metall-Streit bis Wochenende möglich

- Berlin/Frankfurt/Main - Im Tarifkonflikt der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie werden die Bemühungen um eine Lösung intensiver. Eine Einigung über die umstrittene Einführung der 35- Stunden-Woche in Ostdeutschland wird von Arbeitgebern und IG Metall noch bis zu diesem Wochenende für möglich gehalten.

<P>Nach dpa-Informationen wollen an diesem Donnerstag IG Metall-Chef Klaus Zwickel und sein Stellvertreter Jürgen Peters mit der Spitze des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Präsident Martin Kannegiesser und Hauptgeschäftsführer Hans Werner Busch, zu einem Spitzengespräch zusammen kommen. "Das Gespräch wird mit Sicherheit länger als zwei Stunden dauern", verlautete aus Kreisen der Tarifpartner. Der Ort des Spitzentreffens sei noch offen.</P><P>IG-Metall-Sprecher Claus Eilrich dementierte dagegen auf Anfrage, dass es ein solches Spitzentreffen gebe. Ziel sei es weiter, dass bis Donnerstag dieser Woche Gespräche geführt werden, und zwar von den jeweiligen regionalen Verhandlungspartnern. Bis Dienstagvormittag habe es aber noch keine Terminvereinbarung gegeben. Zur Vorbereitung gebe es natürlich Kontakte. "Wir haben die Hoffnung, dass diese Gespräche zu einer Lösung führen", sagte Eilrich. Ob dies gelinge, sei offen.</P><P>Aus dem Arbeitgeberlager verlautete, die Verhandlungen - voraussichtlich im Raum Berlin - sollten Donnerstag oder Freitag geführt werden. Wie es in Kreisen der Tarifpartner weiter hieß, werde ein Ergebnis bis Samstag- oder Sonntagmorgen nicht ausgeschlossen. Dem Vernehmen nach wollen sich alle Verhandlungsführer der ostdeutschen Metallindustrie sich am Mittwoch in Berlin treffen. Busch erklärte, die Wiederaufnahme von Verhandlungen mache nur Sinn, wenn die Aussicht auf substanzielle Fortschritte bestehe. Die IG Metall müsse ein vernünftiges Verhandlungsangebot machen und ihre Forderung nach einem festen Stufenplan zur Einführung der 35-Sunden- Woche aufgeben, sagte er dem "Handelsblatt".</P><P>Der IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel hatte am Montagabend zu Journalisten in Frankfurt gesagt, "beide Seiten brauchen ein Aufeinanderzugehen". Sollte sich bis zum Wochenende aber keine Lösung abzeichnen, werde es auch im Westen sichtbare Aktionen geben.</P><P>Die IG Metall wolle für die Metall- und Elektroindustrie eine Lösung wie in der ostdeutschen Stahlbranche, sei aber auch bereit, einen anderen Weg auszuloten, sagte Zwickel. Für die Stahlbranche war eine Einführung der 35-Stunden-Woche bis 2009 vereinbart worden. Laut Zwickel ist es denkbar, für einzelne Betriebe eine unterschiedliche Geschwindigkeit bei der Einführung der Arbeitszeitverkürzung zu vereinbaren. Allerdings sprach er sich grundsätzlich dagegen aus, das Tempo der Arbeitszeitverkürzung von externen Experten festlegen zu lassen.</P><P>Die Streiks in der ostdeutschen Metallindustrie mit 310 000 Beschäftigten dauern seit mehr als drei Wochen an. Zuletzt hatten sich auch zahlreiche Politiker gegen die Arbeitskämpfe unter Hinweis auf die angespannte wirtschaftliche Lage in den neuen Ländern ausgesprochen. Unter den Ausfällen leiden zudem die großen Automobilhersteller. Auch kam es vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen streikenden und arbeitswilligen Metallern.</P><P>In Ostdeutschland arbeiten die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie 38 Stunden in der Woche und damit drei Stunden länger als ihre westdeutschen Kollegen. Die Gewerkschaft hatte die Arbeitgeber zu Beginn der vierten Streikwoche aufgefordert, bis zu diesem Wochenende eine Lösung zu ermöglichen.</P>

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