Einigung bei Satelliten-Projekt Galileo

- Brüssel - Der Countdown für Europas milliardenschweres Satelliten-Projekt Galileo läuft. In monatelangen Verhandlungen habe Deutschland am Montag die Aufnahme weiterer Industriepartner bei dem internationalen Vorhaben erreicht, sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee in Brüssel. Zudem komme ein Kontrollzentrum nach Deutschland. EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot bestätigte, dass es bei den Verhandlungen einen Durchbruch gegeben habe.

Zu den bisher sieben Unternehmensgruppen, die an dem Vorhaben beteiligt sind, wird nach Angaben Tiefensees das deutsche Konsortium TeleOp hinzukommen. Zu TeleOp gehören die Telekomtochter T-Systems, der kommerzielle Zweig des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Raumfahrtunternehmen EADS und mit einem kleineren Anteil die bayerische Förderbank. Fachleute erwarten, dass der Vertrag für die Aufbauphase von Galileo in knapp einem Jahr unterschrieben werden kann. "Ohne die Einigung wäre das Projekt auseinandergefallen", sagte ein Teilnehmer der am Montag abgeschlossenen Verhandlung.

Für die Aufbauphase waren den Angaben zufolge bisher 2,1 Milliarden Euro vorgesehen, von denen zwei Drittel von privaten Investoren und ein Drittel aus Steuergeldern kommen sollen. Dieser Betrag wurde auf 2,5 Milliarden Euro angehoben, hieß es am Rande des EU-Verkehrsministerrats. Zusammen mit der Entwicklungsphase soll das System damit 3,6 Milliarden Euro kosten. Im Jahr 2008 soll Galileo betriebsbereit sein und damit eine europäische Alternative zum US-Navigationssystem GPS bieten.

Der französische Verkehrsminister Dominique Perben kündigte in Brüssel an, der Sitz des Konzessionsnehmers für Galileo soll der Einigung zufolge nach Toulouse kommen. Dort solle über finanzielle und rechtliche Fragen, Ankäufe, Geschäftsentwicklung und Marketing entschieden werden, fügte Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy hinzu. Als Sitz des Kontrollzentrums in Deutschland ist Oberpfaffenhofen bei München im Gespräch.

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