Einkaufen noch teurer als erwartet

Wiesbaden - Deutlich gestiegene Kosten für Lebensmittel und Energie haben das Leben in Deutschland noch teurer gemacht als zunächst angenommen. So stiegen die Verbraucherpreise im November um 3,1 Prozent auf den höchsten Stand seit fast 14 Jahren, wie das Statistische Bundesamt berichtete.

Erst waren die Statistiker nach ersten Schätzungen noch von 3,0 Prozent ausgegangen. Zuletzt hatte die Inflationsrate Anfang 1994 die Drei-Prozent-Hürde überschritten. Im September und Oktober 2007 hatte das Plus bei jeweils 2,4 Prozent gelegen.

Mehr als die Hälfte der Preissteigerungen im Vergleich zum November 2006 gingen auf die Bereiche Lebensmittel und Energie zurück. Gegenüber dem Vorjahresmonat legten die Preise für leichtes Heizöl um 23,7 Prozent und für Kraftstoffe um 18,6 Prozent zu. Darunter waren Diesel mit plus 21,6 Prozent, Normalbenzin mit plus 18,8 Prozent und Superbenzin mit plus 17,6 Prozent.

Bemerkbar machte sich nach Ansicht des Bundesamts auch der Preisrückgang bei Mineralölerzeugnissen im November vergangenen Jahres. Strom verteuerte sich innerhalb von zwölf Monaten um 8,3 Prozent, dagegen wurde Gas um 2,6 Prozent günstiger. Ohne die Energieprodukte hätte die Teuerungsrate bei 2,2 Prozent gelegen.

Die Bundesbürger müssen sich nach Ansicht des Bundesverbands der Verbraucherzentralen bei Lebensmitteln auch künftig auf weiter steigende Preise einstellen. Weltweit steige die Nachfrage nach Getreide, Futtermitteln und Milchprodukten, sagte Verbandschef Gerd Billen. Er zeigte Verständnis für die Preiserhöhung bei Milchprodukten, "weil wir jahrelang eine Situation hatten, dass die Milchbauern zu wenig für ihre Milch bekommen". Das sei nicht in Ordnung.

Angesichts der Einführung von Studiengebühren in einigen Bundesländern stiegen die Preise im Bildungswesen enorm an. Deutlich günstiger wurden binnen Jahresfrist Geräte wie Personalcomputer (minus 24,0 Prozent), Farbfernseher (minus 21,2 Prozent), aber auch Gemüse wie Speisekartoffeln (minus 13,0 Prozent). Auch in der Eurozone stieg die Inflation deutlich stärker als erwartet. Für November ermittelte Eurostat ein Plus von ebenfalls 3,1 Prozent, im Oktober waren es 2,6.

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