Ab jetzt klappt's mit den Aktionsangeboten

Einkaufen im Supermarkt: Diese 10 Dinge sollten Sie wissen

München - Die Avocado mal kurz zum Reifetest drücken - erlaubt? Meckern, wenn es die Aktionsangebote schon nicht mehr gibt - zielführend? 10 Dinge, die Sie beim Einkauf im Supermarkt wissen sollten.

Den noch nicht bezahlten Schokoriegel im Supermarkt vernaschen. Eier im Karton austauschen. Oder an der Kasse das lästige Kleingeld auskippen: Was mancher Kunde für selbstverständlich hält, ist in Wahrheit oft verboten. Die Stiftung Warentest erklärt, was im Supermarkt erlaubt ist – und was nicht.

Die Deutschen lieben ihren Supermarkt. Mehr als jeder Dritte sieht im Supermarkt-Einkauf ein „vergnügliches Ereignis, das mehrere Stunden dauern kann“, wie eine Studie der Nielsen-Marktforschung herausfand. Dabei ist das Einkaufen juristisch streng reglementiert. Ein Überblick.

1. Umtausch

Zuhause angekommen, stellt man fest: Die gekaufte Ware ist nicht die, die man wollte. Also einfach zum Supermarkt zurück und gegen die richtige umtauschen? Schließlich ist die Verpackung noch intakt und der Kassenzettel vorhanden. „Leider geht das nicht“, stellt die Stiftung Warentest klar. Kunden haben kein Recht auf Umtausch von Waren, die sie irrtümlich erworben haben. Ist die Ware allerdings vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verdorben, muss sie der Händler zurücknehmen.

2. Naschen

Wenn man als Kunde einen Schluck von der noch nicht bezahlten Limonade nimmt und bereits an der Kasse steht, drückt der Händler oft ein Auge zu. Anders sieht es hingegen beim Schokoriegel aus, der beim Gang zwischen den Regalen gegessen wird. Die Gefahr ist hoch, dass die Verpackung versehentlich nach dem Verzehr in der Jackentasche verschwindet. Grundsätzlich gilt also: Lebensmittel zuerst bezahlen, dann erst naschen.

3. Bruchware

Ein Alptraum im Supermarkt: Man stolpert und kracht in das Weinregal. Wenn nur eine Kleinigkeit durch Kundenverschulden kaputt geht, zeigen sich die Händler oft kulant. Doch grundsätzlich gilt: „Kunden müssen alle Schäden ersetzen, die sie im Supermarkt verschulden“, so Stiftung Warentest. Im Ernstfall springt die private Haftpflichtversicherung ein – eine Versicherung, die jeder haben sollte.

4. Verpackungen

„Öffnen verpflichtet zum Kauf“: Dieser Warnhinweis, der manchmal im Supermarkt zu lesen ist, stimmt nicht immer. Zum Beispiel bei Aktionsware darf die Verpackung geöffnet werden, solange Verpackung und Inhalt nicht zu Schaden kommen. Auch Eierkartons dürfen geöffnet werden, um zu überprüfen, ob der Inhalt heil ist.

Eier auszutauschen, ist allerdings verboten. Der Grund: Jeder Eierkarton hat eine Chargennummer. Diese enthält Hinweise auf Größe, Lagerung, den Erzeuger und die Packstation. Durchgemischte Verpackungsinhalte könnten also andere Verbraucher benachteiligen. Wer den Inhalt beim Anfassen beschädigt, muss diesen auch bezahlen. Wird nur die Verpackung beschädigt, muss auch nur diese bezahlt werden.

5. Obst und Gemüse

Ob der Anblick der Weintrauben auch das hält, was er verspricht, weiß man erst beim Reinbeißen. Also probiert so mancher Kunde am Obststand die ein oder andere Frucht. Das ist aber streng genommen Diebstahl. Denn bis zum Bezahlen gehört die Ware grundsätzlich dem Supermarkt. Wer vorab kosten will, sollte das Verkaufspersonal fragen. Unbedenklich ist es aber, den Reifegrad von Früchten, wie zum Beispiel Mangos oder Pflaumen, mittels Betasten zu überprüfen. Also: Anfassen erlaubt, Probieren verboten.

6. Großeinkauf

Ein Produkt ist im Sonderangebot – da kommt so mancher Kunde auf die Idee, sich einen Vorrat für das nächste Jahr anzulegen. Doch spätestens an der Kasse wird daraus wahrscheinlich nichts, denn eigentlich sind nur „haushaltsübliche Mengen“ erlaubt. Hintergrund: Gerade von besonders begehrter Ware sollen möglichst viele Personen etwas haben. Denn sonst könnten sich Kunden, die leer ausgegangen sind, getäuscht fühlen. Was „haushaltsüblich“ ist, dürfen die Händler selbst entscheiden, erklärt Stiftung Warentest.

7. Bezahlen

Wer beim Bezahlen an der Kasse übergroße Mengen an Kleingeld ausschüttet, macht sich nicht nur bei den anderen Wartenden unbeliebt. Bei mehr als 50 Münzen muss man auch damit rechnen, abgewiesen zu werden. Denn mehr müssen Kassierer pro Einkauf nicht akzeptieren. Auch nicht jeder Geldschein muss angenommen werden. Das bedeutet, wer nur Kaugummi kauft, kann nicht erwarten, dass ein 100-Euro-Schein gewechselt wird.

8. Pfand

Die Pfand-Regelungen hierzulande sind durchaus etwas kompliziert. Läden mit mehr als 200 Quadratmetern Verkaufsfläche müssen auch Einwegflaschen annehmen, die sie nicht im Sortiment haben. Dazu sollten der Strichcode und das Pfandzeichen lesbar sein. Nimmt der Leergut-Automat die Flasche nicht an, muss der Händler das Pfand trotzdem auszahlen – auch wenn Einwegflaschen zerbeult oder zersprungen sind. Mehrwegflaschen hingegen müssen bei der Rückgabe intakt sein, denn sie sind Eigentum der Getränkefirma und werden neu befüllt. Zudem müssen die Händler auch nur die Mehrwegflaschen zurücknehmen, die auch in ihrem Sortiment sind.

9. Aktionsware

Lebensmittel, die als Aktionsware beworben werden, müssen bis zum Ende des ersten Aktionstages erhältlich sein. Das gilt auch, wenn es heißt: „Nur solange der Vorrat reicht.“ Das hat der Bundesgerichtshof zu den sogenannten „Lockvogelangeboten“ entschieden (Az. I ZR 183/09). Sonderangebote müssen nur mindestens bis zum Mittag des ersten Aktionstages vorrätig sein.

10. Einkaufswagen

Wer den Einkaufswagen nutzt, um seine Einkäufe nach Hause zu transportieren, begeht Diebstahl. Da verstehen die Händler auch keinen Spaß, denn ein Wagen kostet 100 bis 150 Euro. Laut dem Handelsverband HDE beläuft sich der Schaden für einzelne Händler durch entwendete Körbe und Wagen auf mehrere tausend Euro im Jahr.  

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Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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