Einkaufen in der virtuellen Welt: An der Kasse herrscht Verwirrung

- Wenn es ums Bezahlen geht, ist beim Einkaufen im Internet meistens Schluss. Zahlreiche Online-Einkäufe werden an der Kasse abgebrochen. Viele Online-Shopper haben noch kein Vertrauen, wenn es um das Bezahlen geht. Zur Verunsicherung mögen auch die verschiedenen Bezahlmethoden beitragen: Kreditkarte, Lastschrift vom Konto oder Rechnung und dazu kommen die speziellen Online-Zahlungsmittel - etwa Micropayment, das Bezahlen per Handy, per E-Mail oder Guthabenkarte.

<P>Fast jeder Zweite fühlt sich beim Bezahlen im Internet unsicher, sagt Karsten Stroborn von der Universität Karlsruhe, der seit Jahren an der Studie Internet-Zahlungssysteme aus Sicht der Verbraucher mitwirkt. Die Vielfalt der Bezahlsysteme im Internet sei für viele Kunden äußerst verwirrend, den meisten fehle eine Standardisierung, sagt Stroborn. Grundsätzlich wünschten sich Kunden ein Bezahlsystem, das einfach zu handhaben und dennoch sicher ist. Schlechte Erfahrungen hätten zwar nur wenige Nutzer gemacht, dennoch fürchte ein hoher Prozentsatz den Missbrauch seiner Daten.</P><P>Rechnung<BR>Die Rechnung sei bei den traditionellen Zahlungsmitteln am kundenfreundlichsten, sagt Bernd Ruschinzik von der Verbraucherzentrale in Berlin. Dabei könnten Kunden die Ware vor dem Bezahlen erst prüfen. Zudem könnten sie den Zeitpunkt der Zahlung selbst bestimmen.</P><P>Nachnahme<BR>Ebenso bequem und sicher sei das Bezahlen per Nachnahme. Leider böten nur wenige Händler diese Möglichkeiten an.</P><P>Kreditkarte<BR>Der Großteil der Transaktionen im Internet erfolgt Ruschinzik zufolge heute mithilfe von Kreditkarten. Hierbei seien Kunden durch die gesetzlichen Regelungen bereits weitgehend vor Missbrauch geschützt. Im Fall eines Kartenmissbrauchs liege die Beweispflicht beim Händler. Zudem haften für die Kosten, die durch kriminellen Missbrauch entstehen, entweder die Kreditinstitute oder der Händler - es sei denn, Kunden gehen grob fahrlässig mit ihren Kartendaten um. Manche Reisebüros z. B. bieten auch an, die Kreditkartenangaben telefonisch entgegenzunehmen.</P><P>Lastschrift<BR>Bei kontogebundenen Zahlungen seien Lastschriften für Kunden praktisch, empfiehlt Verbraucherschützer Ruschinzik. Diese könnten Käufer im Bedarfsfall meist bis zu sechs Wochen lang von ihrer Bank zurückbuchen lassen. In jedem Fall hätten Kunden ein 14-tägiges Rückgaberecht. Ausgenommen seien allerdings CDs oder DVDs, bei denen die Verpackung bereits geöffnet wurde. Auch für den Käufer individuell angefertigte Produkte könnten nicht zurückgegeben werden.<BR>Bei Zahlungen per Überweisung oder Kreditkarte haben Kunden dem Verbraucherschützer zufolge bei einer Rücksendung den Nachteil, dass sie warten müssen, bis der Händler das Geld zurücküberweist. Hierfür seien 10 bis 14 Tage eine angemessene Frist.</P><P>Moderne Alternativen<BR>Neuartige Modelle wie das Bezahlen per Micropayment oder Handy werden laut Universitätsmitarbeiter Stroborn bislang nur für kleine Beträge genutzt. Auch Bezahlen per E-Mail sei hierzulande noch eine Randerscheinung. Allerdings seien solche alternativen Methoden im Kommen. Besonders bei zahlungspflichtigen digitalen Inhalten wie Zeitungsarchiven seien sie schon verbreitet.</P><P>Vor vorbezahlten Systemen wie Guthabenkarten, die man mithilfe einer PIN-Nummer im Internet als Zahlungsmittel einsetzen kann, sei jedoch abzuraten, sagt Verbraucherschützer Ruschinzik: Wenn man eine so genannte Scratch-Karte aus Versehen beschädigt, ist das Geld weg. Wer im Internet einkaufen geht, sollte zudem immer auf eine verschlüsselte Verbindung achten, rät Michael Dickopf, Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Ansonsten könnten Kriminelle Zahlungsdaten wie bei einer Postkarte während des Versendens mitlesen und missbrauchen. Wer besonders sicher gehen will, könne eine digitale Signatur verwenden _ mit dieser könnten sich Käufer und Verkäufer eindeutig identifizieren. Unter dem Sicherheitsaspekt seien neue Bezahlmethoden wie das Micropayment oder das Zahlen per Handy zu begrüßen - der Vorteil sei hier, dass beim Einkauf keine Bankdaten mehr über das Internet verschickt werden, sagt Dickopf.</P><P>Das BSI bietet Verbrauchertipps zum Online-Einkauf unter www.bsi-fuer-buerger.de</P>

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