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Pampers Baby Dry etwa sind um zehn Prozent teurer geworden.

Einkaufsfalle: Weniger kostet mehr

Neue Verpackungen, alte Preise. Verbraucherschützer warnen vor versteckten Verteuerungen und erwarten diese in Zukunft auch bei Milch, Zucker und Wasser. Kunden sind zunehmend verärgert.

Auf den ersten Blick hätte die Kundin nichts bemerkt: Ihre bevorzugte Körperlotion steht am gleichen Platz im Drogeriemarkt-Regal, der Preis ist unverändert. Nur Farbe und Design der Flasche sind ungewohnt, neu. Erst als die Kassiererin flüstert: „Achtung, weniger drin“, bekommt auch sie mit, was viele Verbraucher zurzeit auf die Palme bringt. Beim Einkauf lauern an jeder Ecke versteckte Preiserhöhungen.

 Seit 11. April gehören auch die letzten strengen Standard-Verpackungsvorschriften der Vergangenheit an. Hersteller dürfen nun Milch, Wasser, Zucker, Fruchtsäfte, Limonade, Schokolade oder auch Bier in beliebiger Füllmenge auf den Markt bringen. So sieht es eine EU-Richtlinie vor. Einzig bei Wein, Sekt und Spirituosen bleibt die Menge noch vorgeschrieben. Die Folge: In vielen Flaschen, Tüten, Tuben ist inzwischen deutlich weniger drin, doch der Preis ist der alte, wie Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg seit Monaten beobachtet.

Ihre Befürchtung: Die Füllmengen werden auch bei den letzten Produktgruppen schrumpfen, ohne dass es auf den ersten Blick auffällt. Solche verschleierten Verteuerungen in Krisenzeiten „grenzen an Betrug“, sagt Thilo Bode, Geschäftsführer der Organisation „Foodwatch“. Verbraucher sollten daher immer auf den Grundpreis achten. Das ist der Preis, der pro 100 Gramm, pro Kilo, pro 100 Milliliter oder pro Liter angegeben werden muss, um einen Vergleich zu ermöglichen. Ausgewiesen wird er am Regal.

Eine vollständige Liste der verdeckten Preiserhöhungen findet sich unter: www.vzhh.de

Wenn Verbraucher in ihrem Supermarkt solche Preisfallen entdecken, können sie sich an die Verbraucherschützer wenden und diese melden: Verbraucherzentrale Bayern, Telefon: 089 53 98 70, E-Mail unter: info@vzbayern.de

von Berrit Gräber und Alexandra Minzlaff

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