Einkaufstour im Urlaub: Vorsicht vor den Folgekosten

- Meist ist der Koffer auf der Rückreise schwerer: Ein paar Andenken haben viele Reisende im Gepäck. Einige nutzen die Fahrt in die Ferien auch zum Einkauf von Kleidern oder technischen Geräten, die im Urlaubsland günstiger sind als zu Hause. Doch die Shopping-Tour lohnt sich nicht immer. Wer im Urlaub einkauft, sollte mögliche Folgekosten im Auge haben.

<P>Zollbestimmungen</P><P>Nicht alles darf zollfrei in die Europäische Union (EU) eingeführt werden. Abgabenfrei sind Waren aus Nicht-EU-Ländern bis zum Gesamtwert von 175 Euro pro Reisendem. Für Zigaretten, Kaffee oder Parfüm gelten eigene Werte. Dem deutschen Zoll in Bonn zufolge müssen die Einkäufe für den Reisenden selbst oder als Geschenk bestimmt sein - Mitbringen gegen Geld ist verboten.</P><P>Überschreitet der Gesamtwert die 175-Euro-Grenze, muss sich der Rückkehrer beim Zoll melden und Kaufbelege vorzeigen. Hat er für maximal 350 Euro eingekauft, gilt ein pauschaler Satz - in der Regel 13,5 Prozent des Warenwerts. Ist auch diese Grenze überschritten, wird es komplizierter: Die dann fälligen Einfuhrabgaben setzen sich aus Verbrauchssteuer, Einfuhrumsatzsteuer und Zoll zusammen. "Einige Einkäufer rechnen nicht damit, dass sich ihr Schnäppchen hier noch verteuert", sagt Beraterin Horsch.</P><P>Auch wenn der Zoll vom Kauf von Dingen abrät, die offensichtlich unter die so genannte Markenpiraterie fallen, erwarten Urlauber mit einer falschen Uhr im Gepäck zunächst keine schwerwiegenden Folgen. Beschlagnahmt werden Fälschungen aber, wenn die 175-Euro-Grenze überschritten ist und der Verdacht aufkommt, dass der Reisende die entsprechende Ware zu gewerblichen Zwecken einführt.</P><P>Legal und oft lukrativ ist der Duty-Free-Einkauf - wobei auch hier an Grenzwerte für Tabak oder Parfüm gedacht werden muss. Mit Glück fließt am Zoll das Geld auch in die andere Richtung: Für einige Länder gilt laut Deutschem Steuerberaterverband in Berlin, dass dort gezahlte Mehrwertsteuer bei der Einfuhr erstattet wird.</P><P>Dafür müssen aber Bedingungen erfüllt sein: "Zunächst muss mir das Geschäft, in dem ich einkaufe, eine Bestätigung geben", so Falk Murko von der Stiftung Warentest. An der Grenze muss bei den Behörden des Reiseziels ein Antrag gestellt werden. "Das kann ein etwas komplizierterer Papierkram sein, aber es lohnt sich."</P><P>Preisvergleich</P><P>Wer schon vor der Reise weiß, dass er bestimmte Dinge kaufen will, kann sich vorbereiten: "Man sollte genau wissen, was das Teil in Deutschland kostet." Gerade bei Technischem sollten sich Kaufwillige auch genaue Eckdaten merken.</P><P>Qualitätsmängel</P><P>"Die häufigsten Fälle unzufriedener Rückkehrer in unserer Beratung drehen sich um den Kauf von Schmuck und Teppichen", so Horsch. Meist beurteilten Urlauber die Qualität falsch. "Bei Teppichen ist es für Laien fast unmöglich, den wahren Wert zu schätzen." Rechtsansprüche gegen den Verkäufer im Ausland seien sehr schwierig durchzusetzen.</P><P>Informationen im Internet: www.zoll.de</P>

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