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Die IHK hat einen neuen Präsidenten

Sasse neuer Präsident

Vom Einmannbetrieb an die IHK-Spitze

München - Der Münchner Unternehmer Eberhard Sasse ist neuer Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern. Damit steht der 62-Jährige in einer Reihe mit bayerischen Wirtschaftsführern wie Claus Hipp und Erich Greipl.

Mit fast 40 Jahren Erfahrung als erfolgreicher Unternehmer in einer schwierigen Branche muss sich Eberhard Sasse nicht verstecken. Aus einer Einmann-Reinigungsfirma machte er nach und nach ein international tätiges Familienunternehmen.

Eberhard Sasse, 62, ist Vorstandsvorsitzender der Dr. Sasse AG und nun neuer IHK-Präsident.

Der gebürtige Berliner studierte in München Jura und Politikwissenschaften. Um als Student seine Rechnungen bezahlen zu können, ging er nebenbei putzen. Dabei kam ihm die Idee, sich in der Gebäudereiniger-Branche selbstständig zu machen. 1976 startete er seine erste eigene Firma, 20 Jahre später gründete er die Reinigungs- und Gebäudemanagementfirma Dr. Sasse AG mit Sitz am Münchener Westpark. In den ersten Jahren nach der Gründung sprang Sasse oft selbst ein, wenn jemand in der Putzkolonne ausfiel. Früh trat er für Mindestlöhne in der Gebäudereiniger-Branche ein, die mittlerweile bundesweit durchgesetzt wurden.

Mittlerweile bietet die Dr. Sasse AG sämtliche Dienstleistungen rund um das Gebäude an – von der Reinigung bis zur Gebäudeverwaltung. Mit rund 5000 Mitarbeitern putzt Sasse Busse in London, verwaltet Hochhäuser in Frankfurt und reinigt Flugzeuge  an deutschen Flughäfen. Im vergangenen Jahr machte die Firma 135 Millionen Euro Umsatz. In der Münchner Bank, wo Sasse zu Studienzeiten putzte, sitzt er heute im Aufsichtsrat.

Sasse leitet ein Familienunternehmen, in dem seine Frau die Personalabteilung führt und die beiden Töchter bereits mit anpacken. Als Familienunternehmer liegt ihm besonders die Zukunft kleiner und mittelständischer Familien- betrieb am Herzen. „Sie sind es, die mit harter Arbeit und selbst ausgebildeten Fachkräften das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden“, sagte Sasse gestern bei seiner Antrittsrede. Wirtschaft bestehe nicht darin, einen schnellen Wettgewinn zu machen, sondern sei auf Dauer angelegte Arbeit des ehrbaren Kaufmanns.

Als neuer IHK-Präsident werde er den Fachkräftemangel bekämpfen und sich für eine erfolgreiche Energiewende stark machen. „Ohne sichere, bezahlbare und nicht zuletzt umweltverträgliche Energieversorgung hat Deutschland als wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort ausgedient“, sagte Sasse. Auch die Steuerpolitik stehe auf seiner Agenda. Der Staat müsse besser wirtschaften. „Eine höhere Steuerlast würde die Unternehmen erheblich schwächen.“  

mad

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