Einschränkungen für AOK-Versicherte

München – AOK-Versicherten in Bayern drohen ab Mitte November Einschränkungen beim Zahnarzt. Nur noch mit bestimmten Behandlungen können die Patienten bis Jahresende rechnen.

Dies geht aus einem Schreiben der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) an die Zahnärzte hervor, das dem MÜNCHNER MERKUR (Dienstagsausgabe) vorliegt. Der Grund für die Einschränkungen: Das AOK-Budget für 2011 ist nahezu aufgebraucht. Patienten mit Zahnschmerzen werden allerdings weiter behandelt, betonen die Mediziner.

Die sogenannten Puffertage beginnen am Montag, 21. November, und dauern bis Weihnachten. Die Einschnitte gelten vor allem für Zahnfüllungen. Kieferorthopädische Behandlungen, Zahnersatz, Vorsorgeuntersuchungen und Schmerztherapien werden dagegen unverändert fortgeführt. Betroffen sind neben den 4,2 Millionen Versicherten der AOK Bayern auch knapp 58 000 Versicherte der Knappschaft im Freistaat. „Sollte die AOK Bayern auch in diesem Jahr nicht bereit sein, die vollständige Gegenfinanzierung der zahnärztlichen Versorgung ihrer Versicherten sicher zu stellen, sind die Zahnärzte gezwungen, das Wirtschaftlichkeitsgebot so stringent wie möglich anzuwenden“, sagte KZVB-Chef Janusz Rat gegenüber dem MÜNCHNER MERKUR. Die AOK Bayern sei die einzige große Krankenkasse, bei der das Budget nicht ausreiche. Nach KZVB-Berechnungen fehlen in diesem Jahr zwischen 20 und 30 Millionen Euro.

Die AOK Bayern wies die Kritik scharf zurück. So liege die Vergütung für zahnerhaltende Maßnahmen in Bayern um acht Prozent über dem Bundesschnitt, sagte AOK-Sprecher Michael Leonhart gegenüber dem Blatt. Erst im Sommer sei bei den Honorarverhandlungen mit den bayerischen Zahnärzten eine Einigung erzielt worden. „Wir erwarten daher, dass die AOK-Versicherten vollumfänglich behandelt werden so wie auch die AOK Bayern ihre Honorarverpflichtungen vollumfänglich erfüllt“, betonte Leonhart. Es bestehe weiterhin Behandlungspflicht. Die Puffertage seien lediglich eine Abrechnungsangelegenheit zwischen Zahnarzt und KZVB. „Es ist unverantwortlich, wie hier Patienten verunsichert werden.“

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