Einzelhändler mit Schlussverkauf nicht zufrieden

Trotz hoher Rabatte: - Berlin - Die Einzelhändler in Deutschland sind unzufrieden mit dem diesjährigen Winterschlussverkauf (WSV). Nach Angaben des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE) wurden die Lager zwar weitgehend geleert, das Geschäft sei aber regional unterschiedlich gut gelaufen.

Vor allem im Norden Deutschlands waren die Händler enttäuscht von der Rabattaktion, ergab eine dpa-Umfrage. "Uns hat vor allem das Wetter im Stich gelassen", sagte der Sprecher des Einzelhandelsverbandes Nord- Ost, Dierk Böckenholt, in Kiel. In Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt hoffen die Einzelhändler noch auf ein Nachholgeschäft in den kommenden Wochen.

Das kältere Wetter in der ersten Woche habe in weiten Teilen Deutschlands letztlich zum entscheidenden Nachfrageschub für warme Kleidung geführt, teilte der Branchenverband vor Abschluss der zweiwöchigen bundesweit koordinierten Aktion in Berlin mit. "Die Minusgrade bei den Temperaturen haben mindestens so stark geholfen wie die Minuszeichen vor den Preisen", sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Teilweise wurden Rabatte von bis zu 70 Prozent gegeben.

Wegen des hohen Bestandes vor allem bei Winterware hätten in Schleswig-Holstein viele Händler schon kurz nach Weihnachten deutliche Preisreduzierungen vorgenommen, sagte Dierk Böckenholt vom Einzelhandelsverband in Kiel. Das habe den WSV etwas "verwässert". Die meisten Unternehmen hätten das Vorjahresergebnis nicht erreicht. Auch in Niedersachsen klagte der Einzelhandelsverband über einen mäßigen Verkauf. Die Nachfrage, die zunächst angezogen habe, sei bald wieder eingebrochen und die Lager seien vielerorts noch voll.

Bayerns Einzelhändler zogen eine durchwachsene Bilanz. "Wir haben sicherlich keinen Grund, vor Freude an die Decke zu springen, sind aber auch nicht enttäuscht", sagte Bernd Ohlmann vom Landesverband des bayerischen Einzelhandel. Die Lager seien dank des Wintereinbruchs zwar weitgehend leer geräumt worden. Allerdings seien die Vorjahresumsätze nicht überall erreicht worden.

In Baden-Württemberg hofft der Einzelhandelsverband auf ein Nachholgeschäft. Reduzierte Winterware werde noch einige Zeit in den Läden bleiben, denn die Temperaturen sollen ja wieder sinken, sagte Sabine Hagmann, Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes Baden- Württemberg. Wegen des ungewöhnlich milden Winters seien die Preise schon sehr lange vor dem WSV-Start massiv reduziert worden. Dies habe wohl auch zu der mäßigen Bilanz beigetragen.

In Sachsen und Sachsen-Anhalt setzen die Einzelhändler auf einen kräftigen Endspurt am Wochenende. "Die Geschäfte sind voll, die Käufer fragen wieder mehr nach", sagte der Bezirksgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen, Gerold Rölke. In Sachsen-Anhalt soll es aber nach Angaben des Verbandes der Kaufleute in Madgeburg auch in den kommenden Wochen noch Rabattaktionen geben.

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