Einzelhandel auch im August mit Umsatzminus

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Wiesbaden (dpa) - Die Verbraucher machen es dem Einzelhandel in Deutschland weiter schwer. Das schleppende Geschäft setzte sich im August fort und brachte den Händlern nominal 1,2 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Real (preisbereinigt) gab es sogar ein Minus von 2,2 Prozent. Beide Monate hatten jeweils 27 Verkaufstage. Unter Konsumflaute litten vor allem der Versandhandel sowie Buchhändler und Juweliere. Hauptursache ist nach Ansicht des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent zu Beginn dieses Jahres. Aber auch der verregnete Sommer habe zum Beispiel Baumärkten und dem Bekleidungshandel zu schaffen gemacht, sagte HDE-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr, der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt.

Im Vergleich zum Juli 2007 gingen die Erlöse im August saison- und kalenderbereinigt nominal um 1,1 Prozent und real um 1,4 Prozent zurück. Von Januar bis August setzte der Einzelhandel nominal 0,9 Prozent und real 1,6 Prozent weniger um als in den ersten acht Monaten 2006. Diese vorläufigen Zahlen errechnete das Bundesamt aus Daten von sieben Bundesländern, in denen gut drei Viertel (76 Prozent) des Gesamtumsatzes im Einzelhandel getätigt werden.

HDE-Geschäftsführer Pellengahr zeigte sich nach wie vor optimistisch, dass im Herbst die Trendwende geschafft wird: "Es gibt einige Anzeichen dafür, dass die September-Zahlen deutlich besser werden. Der Endspurt kann gut werden." Einen Zuwachs sowohl nominal (2,8 Prozent) als auch real (0,9 Prozent) verbuchte im August als eine der wenigen Sparten der Branche der Facheinzelhandel mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten.

Volkswirte dämpften indes die Hoffnung. Zwar erwarten etwa die Experten der Commerzbank, dass der private Konsum in den nächsten Monaten anziehen wird, etwa weil es weniger Arbeitslose und damit mehr potenzielle Käufer gibt. "Der Zuwachs wird aber nicht stark genug sein, um eine deutliche Abschwächung der Konjunktur zu verhindern", schreiben die Ökonomen. Die Augustzahlen deuteten an, "dass der private Verbrauch auch 2008 nicht die von vielen erwartete große Stütze für die Konjunktur in Deutschland" sein werde.

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