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Textilien, Schuhen und Lederwaren lassen sich schwer verkaufen.

Einzelhandel: Bücher sind Ladenhüter

Wiesbaden  - Der Einzelhandel in Deutschland ist in ein tiefes Sommerloch gefallen und hat nach Experteneinschätzung wenig Hoffnung auf eine bessere Entwicklung in den kommenden Monaten.

Laut am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes fielen die bereinigten Umsätze im August im Vergleich zum Vormonat erneut um 0,7 Prozent.

Mit dem vierten Rückgang in Folge lag der Wert zu aktuellen Preisen um 3,5 Prozent unter dem des August 2008. Zu unveränderten Preisen hätte der Monatsrückgang sogar 1,5 Prozent betragen, wie das Amt auf Grundlage vorläufiger Erhebungen aus sieben Bundesländern mitteilte. Beide Monate hatten 26 Verkaufstage.

Besonders schwach lief der Handel mit Textilien, Schuhen und Lederwaren, der binnen Jahresfrist ein nominales Minus von 4,0 Prozent verzeichnete. Noch schlechter erging es den sonstigen Einzelhändlern, die beispielsweise Schmuck oder Bücher verkaufen. Rückgänge um 8,3 Prozent registrierte der Versandhandel inklusive des Internets, wie die Statistiker berichteten.

Der Lebensmittelhandel schwächelte mit einem Minus von 2,4 Prozent. Einzige Ausnahme waren kosmetische, pharmazeutische und medizinische Produkte, die auch in der Wirtschaftskrise ein Umsatzplus von 3,9 Prozent hinlegten.

In den ersten acht Monaten des Jahres haben die Händler bislang ein nominales Minus von 2,4 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum in 2008 verkraften müssen. Als einen möglichen Grund vermutet der Unicredit-Analyst Alexander Koch, dass die Abwrackprämie für Autos die Konsumenten von der Anschaffung anderer langlebiger Konsumgüter abgehalten haben könnte. Trotz weiterhin negativer Inflation und einem bislang flexiblen Arbeitsmarkt werde der private Konsum künftig eher zu einer Belastung für das Bruttoinlandsprodukt, nachdem er in der Krise ein stabilisierender Faktor gewesen sei. Auch die Commerzbank-Analysten erwarten wegen zunehmender Arbeitslosigkeit schwere Zeiten für den Einzelhandel. Er werde auch in den kommenden Monaten kaum an dem kräftigen Wachstum im zweiten Halbjahr teilhaben.

dpa

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