Einzelhandel enttäuscht: Schlussverkauf versinkt im Schnee

- München - Der Start ins Jahr 2005 verlief für viele bayerische Einzelhändler enttäuschend. Wegen des Schneechaos floppte bei vielen der Winterschlussverkauf; allein bei den Sport-Spezialisten klingelten die Kassen. Um Restposten loszuwerden, verlängern nun viele Geschäfte die Schnäppchenjagd um eine Woche.

<P>Eigentlich gibt es keine offiziellen Schlussverkäufe mehr. Seit einer Gesetzänderung im vergangenen Jahr sind die Einzelhändler nicht mehr an die bis dato vorgeschriebenen Sonderverkaufszeiten im Sommer und Winter gebunden. Sie dürfen die Preise nun das ganze Jahr über nach ihrem Gusto setzen. Dennoch hält die Mehrheit am fast hundert Jahre alte Schlussverkaufs-Ritual fest: In Bayern nahmen drei Viertel der Geschäfte am ersten freiwilligen WSV teil, der an diesem Samstag nach zwei Wochen offiziell zu Ende geht.<BR><BR>"Er war nicht gerade berauschend", lautet das Fazit des Landesverbands des bayerischen Einzelhandels. Nach den positiven Signalen im Weihnachtsgeschäft hätten sich die Erwartungen nicht erfüllt, was Sprecher Bernd Ohlmann auf das Wetter zurückführt: "Wer kommt schon mit Schneeketten zum Einkaufen?"<BR>Vor allem die großen Münchner Kaufhäuser litten unter dem Wintereinbruch, da die Kunden aus dem Umland ausblieben. "Es scheiterte an der Erreichbarkeit", sagte Thomas Mader, Geschäftsführer von Karstadt Oberpollinger, auf Nachfrage unserer Zeitung. Ohne Schneechaos wäre der Schlussverkauf nach seiner Einschätzung ganz gut verlaufen. "Wir hatten einige außergewöhnliche Tage." So aber sei man nicht zufrieden. Ähnlich äußerten sich die Geschäftsführer von Hertie am Hauptbahnhof und der Galeria Kaufhof am Stachus.<BR><BR>Allerdings zeigte sich am Freitag nicht der gesamte Einzelhandel enttäuscht. "Der Winterschlussverkauf lief eigentlich ganz gut", sagte Gerda Kiesling, Werbeleiterin von Konen. Eine Sprecherin von Ludwig Beck sprach von einem "positiven" Januar, bei Sport Scheck und Sport Bittl hieß es sogar, die Umsätze seien "sehr gut" gewesen. Bittl-Betriebsleiter Michael Buczman begründete dies mit dem schneereichen Wetter, das die Nachfrage nach Ski, Schlitten und Schlittschuhen angekurbelt habe.<BR><BR>Obwohl der Schlussverkauf an diesem Wochenende endet, wollen viele Warenhäuser auch noch in der kommenden Woche Wintersachen zu niedrigen Preisen anbieten. So verspricht etwa Konen Ermäßigungen von 50 bis 70 Prozent. "Wir müssen die Lager noch leer machen", sagt auch Hans-Jürgen Gladasch, Geschäftsführer bei Hertie. Gleichzeitig werde aber schon die Frühjahrsware angeboten.</P>

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