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Der Einzelhandel freut sich über den Wintereinbruch.

Gutscheine und Schneefall

Einzelhandel freut sich über Wintereinbruch

Berlin - Für den Einzelhandel gehört die Zeit nach den Feiertagen noch zum Weihnachtsgeschäft. Angetrieben wird es von Gutscheinen und Geldgeschenken. Ein besonderer Faktor kommt diesmal hinzu.

Keine Atempause für die Einzelhändler: Nach den Weihnachtsfeiertagen wird weiter kräftig konsumiert. Für den Silvesterabend füllen die Verbraucher die Kühlschränke mit Feinkost und Sekt. Unterwegs sind aber auch viele, die für Gutscheine Ware haben möchten. Der Umtausch von Geschenken bereitet den Geschäften kein größeres Kopfzerbrechen, heißt es beim Branchenverband. Der freut sich über den Wintereinbruch. Und in den Paketzentren herrscht noch immer Hochbetrieb.

FAKTOR WINTER: Wochenlang war es mild, am Wochenende fing es dann kräftig an zu schneien. Das dürfte vor allem dem Textileinzelhandel zugute kommen. Denn jetzt werden Schals, Mützen, Handschuhe, warme Jacken und Schuhe gebraucht. Die Warenlager seien voller als in den Vorjahren, sagt Axel Augustin vom Bundesverband des deutschen Textileinzelhandels (BTE) in Köln. Der Neuschnee ist auch gut für Sportgeschäfte. Die merken in der Kasse, dass Skifahrer und andere Wintersportler jetzt loslegen und Ausrüstung brauchen.

GUTSCHEINE: Rund drei Milliarden Euro legten die Bundesbürger nach Schätzung des Handelsverbands HDE ihren Liebsten in Form von Gutscheinen auf den Gabentisch. In dieser Summe sind die Geldgeschenke nicht enthalten. Gutscheine und Geld wandeln die Beschenkten seit Samstag in Produkte um - und kaufen dabei oft noch das ein oder andere Extra. Der Durchschnittswert der Gutscheine beträgt nach Erkenntnis der GfK-Marktforscher 100 Euro, das sei doppelt so viel wie 2010.

Günter Päts, Vize-Hauptgeschäftsführer beim Handelsverband Berlin-Brandenburg, hält den Trend für ungebrochen, „in Ermangelung eigener Ideen“ einen Gutschein zu verschenken. Besonders gern genommen würden die Gutscheine von Einkaufszentren. Der Kunde könne sich dann aussuchen, in welchen Geschäften er dort den geschenkten Betrag ausgibt. „Die beteiligten Unternehmen verrechnen das dann später untereinander“, erklärt Päts.

UMTAUSCH: Je mehr Gutscheine unterm Weihnachtsbaum liegen, desto weniger Umtausch ist nötig. Die Quote ist aber nach HDE-Angaben ohnehin nicht hoch: Weniger als fünf Prozent aller Produkte werden in die Läden zurückgebracht.

RABATTE: Eine große Rabattschlacht dürfen die Kunden jetzt nicht erwarten. Bis zum organisierten Winterschlussverkauf der Branche sind es noch vier Wochen - er beginnt am 26. Januar. Ausnahmen sind Spezialartikel, etwa Weihnachtsdekorationen wie Lichterketten oder Gebäck oder Schoko-Weihnachtsmänner. Die stehen deutlich günstiger in den Regalen als vor dem 24. Dezember. Der Textileinzelhandelsverband BTE weist darauf hin, dass es in seinem Segment schon Mitte November teils Preisnachlässe von 20 bis 50 Prozent gegeben habe.

PAKETVERSAND: Gerade vor Weihnachten ist die Online-Bestellung von Geschenken sehr beliebt. Vieles geht aber auch wieder zurück, weil es nicht die richtige Wahl war. So rechnet der Paketdienstleister Hermes mit einer Welle von Rücksendungen. Rund um den Jahreswechsel seien allein bei Hermes eine halbe Million Retouren zu erwarten, teilte das Unternehmen mit. An den Spitzentagen liege die Zahl der Rücksendungen damit doppelt so hoch wie üblich.

Der Marktführer Deutsche Post kann die Menge der Rücksendungen nicht beziffern. Es würden aber vorsorglich die rund 9000 Aushilfekräfte der Weihnachtszeit noch weiterbeschäftigt, um die zusätzliche Arbeit zu bewältigen, sagte eine Sprecherin.

Auch der Paket- und Expressdienstleister DPD stellt sich für die ersten Januartage auf mehr Retouren ein. „Das Weihnachtsgeschäft ist natürlich auch bei uns Hochsaison“, sagte ein Unternehmenssprecher. Genaue Zahlen zum Verlauf in diesem Jahr nannte er zwar nicht, doch habe man kurz vor Weihnachten mit 1,8 Millionen Sendungen an einem Tag so viele registriert wie noch nie in der Unternehmensgeschichte.

dpa

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