Einzelhandel hofft auf glückliches Ende

München - Für den bayerischen Einzelhandel beginnen die entscheidenden Wochen des Jahres. Ob die Bilanz zum Ende des Jahres positiv oder negativ ausfällt, hängt davon ab, ob die Händler in den Monaten November und Dezember ihren erwarteten Umsatz von 13,3 Milliarden Euro realisieren können.

Optimismus verbreitete LBE-Präsident Michael Krines gestern auf der Weihnachtspressekonferenz des Verbandes in München:

"Die Einkommen steigen, die Arbeitslosigkeit sinkt weiter und die Sparbücher sind gut gefüllt. Wir sind zuversichtlich, dass sich die positive Stimmung der Verbraucher auch im Einzelhandel bemerkbar macht." Ein Fünftel des Jahresumsatzes macht der Einzelhandel im Weihnachtsgeschäft - in einzelnen Branchen wie Spielwaren oder Schmuck sind es sogar 40 Prozent des Jahresumsatzes. Die bisherige Bilanz in den ersten neun Monaten des Jahres sei enttäuschend ausgefallen, der bayerische Einzelhandel habe preisbereinigt 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebüßt. Vor allem mit der Mehrwertsteuer habe der Handel zu kämpfen gehabt.

Sorgen bereiten den Händlern die derzeitigen Streikwellen - sowohl bei der Bahn als auch im Einzelhandel. Galeria Kaufhof am Stachus habe in sechs Tagen Bahnstreik schon an die 250 000 Euro Umsatz eingebüßt, berichtete der Geschäftsführer des Hauses, Klaus-Peter Kempf. "Und das werden wir auch nicht mehr aufholen können", so Kempf. Er rechnet an jedem weiteren Streiktag allein in seinem Haus mit einem Umsatzminus von etwa 40 000 Euro. Die Arbeitsniederlegungen in Einzelhandelsbetrieben bezeichnete LBE-Hauptgeschäftsführer Martin Aigner als "sehr schlecht". Er plädierte an die Angestellten das Weihnachtsgeschäft nicht durch Streiks zu gefährden.

Für die kommenden Wochen hofft der LBE auf ein gutes Geschäft. "Wir sind überzeugt, dass es ein Happy End gibt", so Krines. Man könne ein Ende der Kaufzurückhaltung beobachten. Das Motto "Geiz ist geil" habe ausgedient, die Kunden legten stattdessen mehr Wert auf Qualität, Beratung und Service, so Krines. "Die Lust auf Einkaufen und der Spaß am Schenken sind rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft zurück." Auf den Wunschzetteln stünden wieder Geschenke-Klassiker wie Schmuck, Dessous, Bücher oder Unterhaltungselektronik. Aber auch Gutscheine, die ein Fünftel der Geschenke ausmachten, seien beliebt - und verlängern das Weihnachtsgeschäft bis nach Silvester.

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