Einzelhandel kommt nicht in Fahrt

- Wiesbaden - Der Einzelhandel in Deutschland ist auch im September nicht in Fahrt gekommen und hat nur wenig Hoffnung auf eine Trendwende im Weihnachtsgeschäft. Zwar erzielte die Branche im Vergleich zum Vorjahresmonat ein minimales Umsatzplus von 0,2 Prozent, doch unter Berücksichtigung der Inflation schlug ein Minus von 0,7 Prozent zu Buche. Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. In den ersten neun Monaten des Jahres bescherten die Verbraucher den Einzelhändlern einen nominalen Zuwachs von lediglich 0,9 Prozent und von 0,5 Prozent in konstanten Preisen.

"Solange die drohende Mehrwertsteuererhöhung seitens der Politik zur Debatte steht, wird das Konsumklima in Deutschland weiterhin gedrückt bleiben", prophezeite der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr. Auch das Weihnachtsgeschäft werde unter der Diskussion über die Mehrwertsteuererhöhung leiden. "Die Menschen verbraten ihr Geld nicht im Weihnachtsgeschäft, wenn sie davon ausgehen müssen, im kommenden Jahr weniger Geld in der Tasche zu haben", sagte Pellengahr. Lediglich einzelne Branchen wie Parfümerie, Kosmetik und Unterhaltung würden unabhängig von der politischen Entwicklung von der Weihnachtszeit profitieren.

Mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren konnten im September nominal 1,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat umgesetzt werden. Real wurde das Vorjahresergebnis mit minus 0,1 Prozent knapp verfehlt. Dabei konnten Supermärkte und SB-Warenhäuser ein nominales Umsatzplus von 1,8 Prozent verzeichnen (real plus 0,1), während die Erlöse im Facheinzelhandel nominal um 0,5 Prozent und real um 2,8 Prozent zurückgingen. Unter den Umsatzwerten des Vorjahresmonats blieb der Einzelhandel insbesondere mit Textilen, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren (nominal: minus 2,9 und real minus 1,4 Prozent). Einen Einbruch gab es im Versandhandel. Dort fielen die Umsätze nominal um 8,0 Prozent und real um 7,1 Prozent.

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