Einzelhandel kommt nicht aus dem Tief

- München/Düsseldorf - Der deutsche Einzelhandel hat im vergangenen Jahr mehr Stellen abgebaut als je zuvor. Insgesamt seien in Warenhäusern, Lebensmittelgeschäften und Fachbetrieben wegen des anhaltenden Käuferstreiks und der ruinösen Rabattschlachten fast 50 000 Stellen gestrichen worden, berichtete der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Allein in Bayern verloren 8000 Menschen ihren Job. Ein Ende des Streichkonzerts ist nicht in Sicht: Im laufenden Jahr stehen nach Schätzungen des HDE bis zu 30 000 weitere Arbeitsplätze auf der Kippe.

<P>Hoffnungen auf eine Aufhellung des Konsumklimas hätten sich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres zerschlagen, klagte HDE-Präsident Hermann Franzen. Besonders verheerend sei das Weihnachtsgeschäft ausgefallen. Die Umsätze gingen gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel zurück. Im Vergleich zu 1999 halbierten sich die Ausgaben sogar.</P><P>Eine negative Bilanz zog Franzen auch bezüglich der Folgen des Wegfalls des Rabattgesetzes. Die daraus resultierenden Rabattschlachten hätten den meisten Unternehmen nur Gewinneinbußen beschert."Wer den Winterschlussverkauf auf Anfang Dezember verlegt, darf sich nicht wundern, wenn er verliert", sagte der HDE-Präsident.</P><P>Laut einer Umfrage des HDE stufen weit mehr als die Hälfte der Einzelhändler die Geschäftslage als schlecht ein, nur ein Fünftel als gut. Knapp 60 Prozent gaben an, dass ihre Umsätze im zweiten Halbjahr 2003 zurückgegangen seien, nur gut ein Viertel konnten ihren Umsatz steigern. "Für die Masse der Einzelhändler ist die schwierige Zeit noch lange nicht vorbei", sagte Franzen. Für das laufende Jahr rechnet er mit einem nominalen Umsatzplus von gut einem halben Prozent, für 2005 mit einem Plus von einem Prozent. Nach Abzug der Inflation sei damit "nicht viel gewonnen".</P>

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