Einzelhandel leidet unter Kaufzurückhaltung

- Wiesbaden - Der Einzelhandel in Deutschland leidet weiter unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher. In den ersten vier Monaten 2005 lagen die Umsätze in etwa auf dem Niveau des schwachen Vorjahreszeitraums, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mit. Im April ging der Umsatz um zwei Prozent zurück, obwohl es wegen des Ostertermins im März zwei Verkaufstage mehr gab als im April 2004. Da an Ostern vor allem mehr Lebensmittel gekauft werden, sanken die Umsätze für diese Waren im April um drei Prozent.

"Die Konsumstimmung ist nicht gut, die Verbraucher sind verunsichert", sagte der Geschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr. Er forderte die Politik auf, die Diskussion um Steuererhöhungen sofort zu beenden. "Schon die Diskussion ist Gift für den Konsum", sagte Pellengahr. Auch der Handelsverband BAG warnte vor einer Erhöhung der Mehrwertsteuer. "Beim Konsumenten bleibt dann nur haften: Im Einzelhandel ist alles teurer", sagte BAG-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels. Dies werde zu sinkenden Konsumausgaben und damit zum Arbeitsplatzabbau im Handel führen.<BR><BR>Nach Angaben des Bundesamts basiert das vorläufige Ergebnis nur auf den Meldungen von großen Filialunternehmen der Branche, da die Statistik derzeit auf einen neuen Firmenkreis umgestellt wird. "Das ist bestenfalls eine grobe Richtungsangabe", sagte Pellengahr. Wenn kleinere Fachgeschäfte einbezogen würden, werde der Umsatz eher noch weiter nach unten gehen. Für das gesamte Jahr 2005 erwartet der HDE einen Umsatzrückgang von 0,75 Prozent. "Wenn der Konsum nicht anspringt, werden wir kein nachhaltiges Wachstum bekommen", sagte der Verbandssprecher. Was nicht verkauft werden könne, müsse auch nicht produziert werden.<BR><BR>Von Januar bis April waren die Umsätze mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unverändert. Bei Bekleidung und Schuhen gab es ein Plus von zwei Prozent. Kosmetik und pharmazeutische Produkte verzeichneten einen Zuwachs von einem Prozent. Weniger Geld gaben die Verbraucher dagegen für Möbel, Haushaltsgeräte und Baubedarf auf (minus ein Prozent).

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax schließt etwas leichter
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich auch am Freitag vorwiegend zurückgehalten. Wie schon während der vergangenen zwei Handelstage …
Dax schließt etwas leichter
Zwei Milliarden Euro Schaden wegen Rastatter Bahnsperrung
Rastatt/Berlin (dpa) - Der Einbruch der Bahn-Tunnelbaustelle in Rastatt und die folgende Sperrung der Rheintalbahn haben nach einer Studie einen volkswirtschaftlichen …
Zwei Milliarden Euro Schaden wegen Rastatter Bahnsperrung
Stickoxid-Messstationen sollen überprüft werden
In vielen deutschen Städten werden hohe Stickstoffdioxidwerte gemessen. Doch sind die Werte korrekt? Die EU sagt: ja. Die Verkehrsminister wollen die Messungen …
Stickoxid-Messstationen sollen überprüft werden
VW-Abgasskandal: KBA muss Umwelthilfe Akteneinsicht gewähren
Erfolg für die Deutsche Umwelthilfe: Das Kraftfahrtbundesamt muss Schriftverkehr mit VW im Zusammenhang mit der Rückrufaktion im Abgasskandal herausgeben. Das Amt hatte …
VW-Abgasskandal: KBA muss Umwelthilfe Akteneinsicht gewähren

Kommentare