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Ein Eisenbahner-Streik gegen die geplante Bahnreform sorgt in Frankreich für erhebliche Beeinträchtigungen des Zugverkehrs. Foto: Francois Mori

Verschnaufpause erwartet

Streik legt erneut Bahnverkehr in Frankreich lahm

Wieder stehen die meisten Züge in Frankreich still. Nach zwei Streiktagen kommt nun eine Verschnaufpause für Pendler und Reisende - doch der Konflikt um die von Präsident Macron gewollte Bahnreform dürfte sich hinziehen.

Paris (dpa) - Streikende Eisenbahner haben erneut weite Teile des Zugverkehrs in Frankreich lahmgelegt. Zwar beteiligten sich am zweiten Streiktag am Mittwoch etwas weniger Beschäftigte an den Protesten gegen die von der Regierung geplante Reform der Staatsbahn SNCF.

Trotzdem fuhr nur ein kleiner Teil der Fern- und Regionalzüge, auch Verbindungen nach Deutschland fielen aus.

Für diesen Donnerstag rechnet die SNCF mit einer schrittweisen Rückkehr zum Normalverkehr, es seien nur noch leichte Störungen zu erwarten. Für Sonntag und Montag sind dann die nächsten Streiktage angekündigt. Der Konflikt ist eine wichtige Kraftprobe für Präsident Emmanuel Macron. Die Regierung werde die Reform "mit großer Entschlossenheit" zum Ende führen, sagte ihr Sprecher Benjamin Griveaux.

Die Eisenbahner-Gewerkschaften wehren sich gegen Pläne für einen Umbau der SNCF und mehr private Konkurrenz. Die Regierung will die Kosten senken, damit das Unternehmen im Wettbewerb bestehen kann. Unter anderem soll der vorteilhafte Eisenbahner-Status für Neueinstellungen wegfallen. Die Gewerkschaften drohen mit einer Streikwelle bis Ende Juni: Sie wollen immer im Wechsel zwei Tage streiken und drei Tage arbeiten.

Rund 30 Prozent aller SNCF-Beschäftigten legten am Mittwoch die Arbeit nieder, etwas weniger als am Vortag (rund 34 Prozent). Allerdings streikten fast drei Viertel der Lokführer. Die SNCF hatte im Durchschnitt sechs von sieben TGV-Verbindungen gestrichen, bei den Regionalzügen fuhr nur etwa jeder fünfte Zug. In der Hauptstadtregion Paris stauten sich Autos am Morgen auf einer Länge von mehr als 400 Kilometern, deutlich mehr als üblich.

Auch der Nahverkehr in deutsche Grenzregionen war gestört. Im Fernverkehr zwischen den Nachbarländern betrifft der Streik täglich 24 Verbindungen - nicht einmal die Hälfte von ihnen fuhr am Mittwoch. Weil das Personal dieser Züge zur Hälfte aus Mitarbeitern der Deutschen Bahn und zur Hälfte aus französischen Kollegen besteht, fielen nicht nur TGV-, sondern auch manche ICE-Verbindungen aus. "Wir probieren zwar, den Ausfall der französischen Kollegen mit unserem DB-Personal aufzufangen, aber es gelingt logistisch nicht immer", sagte ein Unternehmenssprecher.

Auch bei der Fluggesellschaft Air France sind weitere Streiks zu erwarten, dort kämpfen Gewerkschaften schon länger für höhere Gehälter. Neben den bereits angekündigten Streiks am kommenden Samstag, Dienstag und Mittwoch kündigten die Gewerkschaften nun vier weitere Protesttage an: Die Beschäftigten sollen auch am 17., 18., 23. und 24. April die Arbeit niederlegen. Seit Ende Februar gab es bereits vier Streiktage bei Air France, zuletzt war am Dienstag etwa ein Viertel der Flüge ausgefallen.

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