Stau auf der S-Bahn-Stammstrecke und Störung bei Höllriegelskreuth

Stau auf der S-Bahn-Stammstrecke und Störung bei Höllriegelskreuth

Eisparfait wärmt Stimmung zwischen Kanzler und dem DGB

- München/Berlin - Bis auf wenige Minuten war es ein gemütlicher Abend in der Berliner Willy-Brandt-Straße 1. Gerhard Schröder hatte die Gewerkschafter ins Kanzleramt gebeten, um die atmosphärischen Störungen der letzten Monate zu beheben. Doch der verbindliche Ton änderte nichts am deutlichen Inhalt des Gesprächs: Vom Reformkurs, beschied der Kanzler den Besuchern, werde nicht abgewichen. Allerdings signalisierte Schröder seine Unterstützung für die von den Gewerkschaften geforderte Ausbildungsplatzabgabe.

<P>Das Gespräch sei "bis auf fünf, sechs Minuten ausgesprochen freundlich" verlaufen, berichteten Teilnehmer vom ersten Treffen des Kanzlers mit den mosernden DGB-Vertretern seit langem. Gleich zu Beginn habe Schröder seinen Unmut geäußert, weil tagsüber die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vor des Kanzlers Haus in Hannover demonstriert habe. Zuhause war aber nur Ehefrau Doris.<BR><BR>Des Kanzlers Laune verbesserte sich rasch, als das Essen aufgefahren wurde. Zunächst gab es "Zanderfilet mit Chorizo-Auberginentarte", dann wurde "Rosa gebratener Rücken vom argentinischen Weideochsen auf Gemüsegeröstel" serviert. Dazu ein 2001er Malterdinger Bienenberg. Ein "Grand-Marnier-Eisparfait mit mariniertem Orangensalat" rundete das kulinarische Angebot ab.</P><P>Doch trotz des Gaumengenusses bekamen die 14 Gewerkschafter im Kanzleramt auch etliches serviert, was ihnen weniger schmecken dürfte. Für fünf Minuten drohte der Abend sogar zu kippen. Auf die wiederholte Kritik am sinkenden Rentenniveau, den ungleich verteilten Belastungen oder die schlechten Wahlergebnisse der SPD polterte Schröder schließlich: "Es geht nicht um die SPD, es geht um das Land. Selbst auf die Gefahr hin, dass die SPD die Wahl 2006 verliert: Es muss gemacht werden, was gemacht werden muss." Auch ein Nachbessern bei den Zumutbarkeitskriterien für Langzeitarbeitslose lehnte Schröder ab.<BR><BR>Doch der Wutausbruch war von kurzer Dauer, weshalb die Gewerkschafter nach zweieinhalb Stunden nicht unzufrieden von dannen zogen. "Wir haben bei ihm in wichtigen Fragen Nachdenklichkeit erzeugen können", sagte beispielsweise der DGB-Chef von NRW, Walter Haas. Der Bundesvorsitzende Michael Sommer sprach von einer "deutlichen Botschaft des Kanzlers bei der Ausbildungsumlage". Er werde den Kurs von Franz Müntefering, der für eine Abgabe plädiert, stützen, versprach der Kanzler. Damit gerät der seit dem Abtritt Schröders als SPD-Chef geschwächte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement weiter unter Druck. Der Minister, der vorab nicht über Schröders Entscheidung informiert worden war, gilt als strikter Gegner der Abgabe.<BR><BR>Auch beim Spitzensteuersatz horchten die DGB-Funktionäre auf. Über die in der Steuerreform beschlossene Absenkung auf 42,5 Prozent werde es in dieser Legislaturperiode keine weiteren Schritte geben, versprach der Kanzler. "Man ist ja schon mit Kleinigkeiten zufrieden", freute sich einer der Teilnehmer. Und beim abschließenden Bier am Stehtisch habe auch der Kanzler einen zufriedenen Eindruck gemacht.<BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kinderschokolade überrascht gerade alle mit einer wunderbaren Mitteilung
Die beiden Konzerne Ferrero und Unilever haben eine Zusammenarbeit vereinbart, um eine neue Eiscreme-Sorte auf den Markt zu bringen:
Kinderschokolade überrascht gerade alle mit einer wunderbaren Mitteilung
Allianz-Versicherung: Hacker greifen Autos an – mit gefährlichen Folgen
Hackerangriffe auf Autos könnten verheerende Folgen haben - und eine ursprünglich harmlose Schnittstelle für das Auslesen von Abgaswerten bietet ein Einfallstor für …
Allianz-Versicherung: Hacker greifen Autos an – mit gefährlichen Folgen
Die Nazi-Vergangenheit von Porsche: Gute Geschäfte unterm Hakenkreuz
Porsche steht heute für PS-starke Autos und Geländewagen. Ein neues Buch enthüllt die Anfänge der Firma: Firmengründer Ferdinand Porsche entwickelte auch Kübelwagen, …
Die Nazi-Vergangenheit von Porsche: Gute Geschäfte unterm Hakenkreuz
Airbus übernimmt Steuer bei Bombardiers C-Serie
Überraschung in der Flugzeugindustrie: Airbus steigt bei der C-Serie des kanadischen Konkurrenten Bombardier ein. Der Coup ist politisch delikat - denn Bombardier ist im …
Airbus übernimmt Steuer bei Bombardiers C-Serie

Kommentare