Electrolux wirft IG Metall Stellenvernichtung vor

- Nürnberg (ap) - In der Auseinandersetzung um die Schließung des AEG-Werkes in Nürnberg hat der Mutterkonzern Electrolux den Tonfall gegenüber den Gewerkschaften verschärft: "Die IG Metall vernichtet Arbeitsplätze. So wie sich die Gewerkschaften derzeit mit ihrem Konfrontationskurs verhalten, senden sie ein gefährliches Signal ins Ausland", sagte Electrolux-Chef Hans Stråberg der "Welt am Sonntag".

 Stråberg nannte die Schließung des Werkes "unwiderruflich". Er kritisierte die schleppenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft: "Die Verhandlungsposition verbessert sich nicht, wenn die IG Metall auf Zeit spielt." Maßgebliche Schuld an der Werksschließung trage die IG Metall selbst. 2004 habe Electrolux mit den Gewerkschaften über längere Arbeitszeit und höhere Produktivität verhandelt. Die Gewerkschaft habe damals eine Einigung verhindert, sagte Stråberg: "AEG in Nürnberg würden wir jetzt nicht schließen, wenn die Gewerkschaft sich unserem Vorschlag damals nicht verweigert hätte."

Derweil hat Electrolux einen Ausweichstandort für die bestreikten Logistik-Zentren in Nürnberg und Dormagen eingerichtet. Das neue Zentrum in Zwenkau bei Leipzig gehöre einem externen Unternehmen und versorge inzwischen den Handel mit AEG-Haushaltsgeräten, teilte Electrolux mit. In dem Versandlager würden rund 20 000 AEG-Geräte gelagert und von dort versandt. "Natürlich bedauern wir sehr, dass wir den Schritt der Verlagerung an externe Dienstleister gehen mussten, aber wir müssen vor allem an die wirtschaftliche Zukunft des Gesamtunternehmens und seiner Mitarbeiter denken", sagte Harald Treml, Logistikverantwortlicher von Electrolux für die Region Zentraleuropa.

Die Logistik-Sparte von Electrolux wird seit Ende Januar bestreikt. Die rund 1300 Beschäftigten der vier Sparten Vertrieb, Kundendienst, Logistik und Ersatzteile werden seit ihrer Auslagerung nach dem Tarif des Groß- und Außenhandels bezahlt und müssen außerdem 38,5 statt bisher 35 Wochenstunden ohne Lohnausgleich arbeiten. Sie wollen in einen Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie zurückkehren, der sie finanziell besser stellt.

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