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Das neueste Konzept-Auto von BMW heißt i3 Coupé. In die neue Fahrzeugreihe hat der Konzern Milliarden gesteckt. Das Elektroauto muss ein Erfolg werden.

Elektroautos können Strompreis senken

Los Angeles - BMW setzt voll auf Elektromobilität. Der Münchner Autobauer stellt nicht nur ein neues Modell vor, sondern arbeitet an der Frage, wie man die teure Batterie länger nutzen kann. Zum Beispiel als Stromspeicher im Haushalt.

Die Flops anderer Hersteller haben BMW nicht entmutigt. Der Münchner Konzern setzt jetzt erst recht auf eine völlig eigenständige Reihe von Elektrofahrzeugen. Mit dem i3 Concept Coupé stellt BMW bereits das dritte Modell dieser Reihe vor. Mit der neuen Fahrzeugfamilie will BMW ganz neue Käuferschichten ansprechen.

Wie wichtig dabei das Äußere für die Kaufentscheidung ist, hat die kalifornische BMW-Tochter Designworks ermittelt: Allein die Farben, in denen ein Auto angeboten wird, tragen zu 80 Prozent zur Kaufentscheidung bei, sagen die Designer, die seit Jahrzehnten nicht nur Autos, sondern auch Yachten, Fahrräder, Mobiltelefonen, Kaffeemaschinen oder Flugzeugen ihr Aussehen geben.

Die Nachhaltigkeit soll man auch beim Auto sehen, erklärt BMW-Designchef Adrian von Hooydonk. So zeigen zum Beispiel die Türverkleidungen deutlich, dass sie nicht aus Leder, Holz oder entsprechenden Imitaten sind. Sie wurden sichtbar aus nachwachsenden Pflanzenteilen gepresst. Und die Klappe des Handschuhfachs ist aus Bambus-Sperrholz, dessen Struktur nicht durch Furnier verdeckt wurde.

Die neue Fahrzeugreihe, in deren Entwicklung und Produktion der Konzern eine Milliardensumme gesteckt hat (genaue Zahlen werden streng als Geheimnis gehütet), muss trotz des bescheidenen Marktanteils von Elektrofahrzeugen ein Erfolg werden. Sonst bekäme BMW ein ernstes Problem mit einem hohen Abschreibungsbedarf.

Die kalifornische Hauptstadt ist nicht zufällig Vorstellungsort des neuen Autos. Nirgendwo sonst auf der Welt ist die Kombination von Wohlstand und Umweltbewusstsein so stark in der Bevölkerung verankert. Der bevölkerungsreichste Staat der USA setzt wie kein zweiter auf „zero Emission“, also Fahrzeuge, die keinerlei Abgase ausstoßen. Wer in Kalifornien ab 2018 noch Autos verkaufen will, dessen Flotte muss zu rund zehn Prozent aus solchen Fahrzeugen bestehen.

Ohne Elektrofahrzeuge geht es auch in anderen Vertriebsregionen nicht mehr. Dazu gehört auch China und wegen der immer strengeren CO2-Werte bald auch Europa. BMW hat nach eigener Einschätzung also gar keine Wahl. Große Geländewagen, sportliche Fahrzeuge und Luxuslimousinen dürfen sonst ab 2020 in vielen Teilen der Welt praktisch nicht mehr angeboten werden. Und das sind nach wie vor die ertragsstärksten Modelle des Konzerns.

Das größte Problem bei allen reinen Elektroautos ist nach wie vor die Reichweite. Nach 150 Kilometern rein elektrischer Fahrt ist auch beim i3 meist Schluss – dann muss er an die Steckdose. Für weitere Strecken kann aber ein Range-Extender (Reichweitenverlängerer) als Sonderausstattung bestellt werden. Das ist ein Verbrennungsmotor, der während der Fahrt die Batterie nachlädt. So kommt man immerhin 300 Kilometer weit. Außerdem wird den i3-Käufern angeboten, für weitere Fahrten – etwa in den Urlaub – andere Modelle des Konzerns zu nutzen. So hofft BMW das Reichweitenproblem abzumildern.

Auch für eine andere Schwierigkeit bahnt sich zumindest eine Teil-Lösung an: Die Batterien sind viel zu teuer um nach einem Lebenszyklus – gerechnet wird mit zehn bis zwölf Jahren – einfach entsorgt zu werden. Für einen mobilen Einsatz in anderen Autos lassen sie sich aber nicht mehr aufbereiten. Sie speichern den Strom dafür nicht mehr schnell genug und geben ihn auch langsamer ab. Die Batteriezellen können aber noch viele Jahre als stationärer Energiespeicher eingesetzt werden und behalten über das erste Leben im Auto hinaus einen wirtschaftlichen Nutzen. Das kann helfen, die nach wie vor fünfstelligen Herstellungskosten langfristig zu kompensieren.

Immerhin kann eine vollgeladene i3-Batterie einen Durchschnittshaushalt bis zu drei Tage mit Strom versorgen. Damit lässt sich der stark schwankende Ertrag von Wind- und Sonnenenergie teilweise abpuffern. Je mehr solcher Stromspeicher im Netz sind, desto besser funktioniert das. Damit brauchen Energieversorger auch weniger Reservekraftwerke bereitzuhalten, die einspringen müssen, wenn Flaute herrscht und auch die Sonne zu wenig scheint.

Diese Reservekraftwerke verursachen täglich hohe Kosten, liefern aber nur an wenigen Tagen im Jahr Erträge ab. Auch das treibt derzeit den Strompreis in die Höhe. Für Käufer könnten die ausgedienten Kraftpakete aus dem Auto zum Geschäft werden: Wer Strom billig kauft, wenn der Wind kräftig bläst, ihn speichert und teuer weiterverkauft, wenn Flaute herrscht, verdient an den immer stärker schwankenden Preisen an der Strombörse. Auch die inzwischen demontierten Batterien der ersten Elektro-Minis haben eine neue stationäre Aufgabe bekommen. Sie speichern Strom im Berliner „Energiehaus Plus-2“, einem Vorzeigeprojekt der Bundesregierung. Andere Mini-Batterien sind bereits in ähnlichen Projekten in Kalifornien und Shanghai im Einsatz.

Martin Prem

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