Elektrobranche "Schrittmacher des Fortschritts"

- München - König Fußball soll es richten. Nicht nur der Einzelhandel hofft angesichts der Weltmeisterschaft im eigenen Land auf konjunkturelle Impulse. Auch die Unterhaltungselektronik will im Windschatten des Großereignisses punkten: Mit dem Verkauf von Flachbild-Fernsehern, DVD-Rekordern, Handys und digitalen Fernsehempfängern soll der Umsatz der Branche in diesem Jahr um 10,6 Prozent auf 24 Milliarden Euro steigen, teilte Hans Joachim Kamp, Vorsitzender des Verbandes Consumer Electronics im Zentralverband der Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI) mit.

Auch die bayerische Elektrobranche rechnet mit anziehendem Wachstum und stabilen Beschäftigungszahlen. Einer aktuellen Umfrage zufolge schätzen drei Viertel der bayerischen ZVEI-Mitgliedsfirmen ihre Ertragsentwicklung als besser als im vergangenen Jahr oder gleich gut ein.

Nach einem Plus von 1,6 Prozent im Jahr 2005 hoffe er im laufenden Jahr auf eine Umsatzsteigerung um bis zu zwei Prozent, sagte Anton Kathrein, Vorsitzender der ZVEI-Landesstelle Bayern. Allerdings: "Damit werden wir im internationalen Vergleich mal wieder die rote Laterne hochhalten." Auch die Beschäftigungssituation könne nur dann stabil bleiben, wenn moderate Tarifabschlüsse für die rund 200 000 Beschäftigten in der bayerischen Elektroindustrie gefunden würden.

Entscheidend, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, sei die "Innovationskraft von Unternehmen", erklärte Kathrein. Die Betriebe der Elektroindustrie, die derzeit sieben Prozent ihres Umsatzes für neue Produkte und Fertigungsverfahren ausgeben, seien damit "Schrittmacher des Fortschritts".

Hinderlich für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands seien die hohen Lohnstückkosten, so der bayerische ZVEI-Vorsitzende. Diese lägen in Westdeutschland um 20 Prozent über dem Durchschnitt der übrigen Industrieländer und zwängen Firmen dazu, "Vorprodukte aus dem billigen Ausland zu beziehen" - auf Kosten von inländischen Arbeitsplätzen: "Aus diesem Teufelskreis müssen wir heraus", mahnte Kathrein.

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