Elektrohandwerk: Mit Sparhilfen neue Marktanteile erobern

- München - Der alte Kühlschrank oder die Kühltruhe laufen noch, also werden Sie in den Keller gestellt. Dort kühlen sie dann das Bier oder die Reste vom vorjährigen Weihnachtsessen. Die alten Knacker sind wilde Stromfresser, so Hans Auracher von der Münchner Elektroinnung.

Dieser Schwachpunkt in vielen Häusern ist eine Gelegenheit für serviceorientierte Handwerksbetriebe, auch beim Verkauf von Neugeräten Boden gutzumachen.<BR>Uralte Geräte verursachen eine unnötige Mehrbelastung von "jährlich 100 bis 150 Euro". Moderne Haushaltsgeräte verbrauchten halb so viel Strom wie ein Gerät Baujahr 1980. Die alten Kühlmöbel, so der Rat des Fachmanns, sollten vom Netz abgehängt und entsorgt werden.<BR>Münchner Elektromeister verleihen im Rahmen der "E-Check Sicherheits- und Energiespartage" in Bayern Energiezähler. Der handliche Apparat wird zwischen die Steckdose und das Gerät gesteckt und ermittelt den Verbrauch eines solchen Oldtimers in 24 Stunden. Multipliziert man Kilowattstunden und Tage mit dem jeweiligen Strompreis, so lässt sich leicht die Ersparnis ausrechnen.<BR>Mit dem Energiezähler lässt sich aber auch der Verbrauch eines drei oder fünf Jahre alten Geräts mit dem eines Neukaufs vergleichen, weil dort der 24-Stunden-Verbrauch angegeben ist. Der Kunde gibt nach der Messung den Energiezähler zurück und der Meister erhält die Chance, über einen Neukauf sprechen zu können.<BR>Ein weiteres Einsparpotenzial von 70 Euro im Jahr sehen die Elektromeister bei Computern, Fernsehern, Videorekordern und Radios, die rund um die Uhr in Stand-by-Funktion sind. Ihr Tipp: Abschalten, sofern nicht eine Programmierung verloren geht. Auch bei der Unterhaltungselektronik gibt es im Stand-by-Modus einen von Hersteller zu Hersteller weit auseinander gehenden Stromverbrauch: Manche DVD-Player benötigen 0,3 Watt, manche aber auch 3 Watt pro Stunde. <BR>Mit ihrem E-Check bieten die meisten Innungsbetriebe eine Überprüfung der gesamten Hauselektrik. Fehlerhafte elektrische Anlagen und Geräte verursachen Jahr für Jahr einen Milliardenschaden. Allein in Bayern ist der Schaden durch Blitzschlag in sieben Jahren um 70 Prozent angestiegen. "Es gibt immer mehr Gewitter, immer mehr Blitze, immer empfindlichere Elektronik und immer mehr Leitungen, die bei Blitzschlag wie eine Antenne wirken", fasst der Vorsitzende des Landesinnungsverbandes Bayern, Gerd Köhler, die Ursachen für die Steigerung zusammen.<BR>Der E-Check kostet für eine Zweizimmer-Wohnung 75 Euro, so sagt Auracher, für ein Einfamilienhaus 120 bis 150 Euro. Nach der Prüfung wird ein Blitz- und Überspannungsschutz eingebaut. Wenn die Energiebremse kreischt, freut sich das Elektrohandwerk besonders. Köhler räumt ein, dass die Aktion natürlich das Geschäft ankurbeln und "brachliegende Ertragspotenziale aktivieren" soll.<BR><BR>

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