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Derzeit landen nach Branchenschätzungen in Großstädten maximal 30 Prozent der Elektro-Kleingeräte ordnungsgemäß bei Recyclingstellen. Foto: Marijan Murat

Elektromüll: Entsorger setzen auf mehr Recycling

Ausrangierte Elektrogeräte landen trotz Verbots noch immer häufig im Hausmüll. Eine Gesetzesreform soll nun für mehr Recycling sorgen. Die Entsorger sehen darin einen vernünftigen Kompromiss.

Berlin (dpa) - Die deutsche Entsorgungswirtschaft setzt auf deutliche Fortschritte bei der Wiederverwertung von Elektroschrott durch die anstehende Gesetzesreform.

Derzeit landen nach Branchenschätzungen in Großstädten maximal 30 Prozent der Elektro-Kleingeräte ordnungsgemäß bei Recyclingstellen, wie der Präsident des Branchenverbandes BDE, Peter Kurth, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Wenn sich diese Quote verdoppeln oder sogar verdreifachen ließe, sei viel gewonnen.

Die Reform der Elektrogeräte-Verordnung, die an diesem Donnerstag im Bundestag beschlossen werden soll, sieht vor, dass Elektrogeschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern ausrangierte Geräte beim Kauf eines gleichwertigen neuen Geräts kostenlos zurücknehmen sollen. Bis maximal 25 Zentimeter Kantenlänge können die Geräte auch ohne Neukauf und Kassenbon zurückgegeben werden. Das Bundesumweltministerium strebt ein Inkrafttreten spätestens zum 1. Oktober an.

Grundsätzlich sei die Bereitschaft der deutschen Verbraucher zur Mülltrennung groß - wenn man es ihnen möglichst leicht mache, sagte Kurth. Mit dem kaputten Toaster den Weg zum Wertstoffhof anzutreten, sei vielen Bürgern aber zu weit oder zu umständlich. Deshalb sei es zu begrüßen, dass künftig deutlich mehr Sammelstellen zur Verfügung stehen. Elektrogeräte wie Haarfön, Toaster oder Rasierapparat eigneten sich grundsätzlich gut fürs Recycling. Sie enthielten wertvolle Materialien und könnten mit bekannten Technologien, die längst angewendet werden, entsprechend behandelt werden.

Den Handel sieht Kurth gut auf die Reform vorbereitet. Dass Geschäfte erst ab einer Fläche von 400 Quadratmetern einbezogen werden, hält er für einen "vernünftigen Kompromiss". Grundsätzlich setze man auf eine Zusammenarbeit zwischen Handel und Entsorgern. So müssten Geräte mit Hochenergie-Batterien wie Lithium-Ionen-Akkus in besonderen Behältern gesammelt werden, um Brandrisiken zu minimieren. Die Entsorger könnten solche Behälter zur Verfügung stellen.

Ob allerdings illegale Mülltransporte wie vor allem nach Afrika mit der Reform deutlich eingedämmt werden können, bleibt aus Sicht von Kurth abzuwarten. Auch bisher sei der im Wertstoffhof eingesammelte Elektroschrott nicht immer auch ordnungsgemäß in einer entsprechenden Anlage gelandet. Hier sollten die behördlichen Kontrollen vor allem an großen Häfen deutlich verstärkt werden, die als Hauptumschlagplätze genutzt würden, sagte Kurth.

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