Wetterdienst warnt: Extremwetterlage rund um München

Wetterdienst warnt: Extremwetterlage rund um München

Elektroräder-Test: Rahmenbruch und Bremsversagen

München - Schnell wie der Wind: Elektrofahrräder werden immer beliebter. Doch nicht alle Modelle sind auch technisch einwandfrei, kritisieren die Stiftung Warentest und der ADAC.

Allein im vergangenen Jahr verkauften die Hersteller der sogenannten Pedelecs (Pedal Electric Cycle) rund 200 000 Stück. Mittelfristig erwartet der Zweirad Industrie Verband (ZVD), dass wenigstens jedes zehnte Rad mit einem Hilfsmotor ausgestattet sein wird. Doch auf die Anbieter warten nach Ansicht der Stiftung Warentest (August-Ausgabe) noch einige Hausaufgaben. „Die Hersteller müssen bei einigen Modellen noch deutlich nachbessern“, sagt Elke Gehrke, die Verkehrstests der Verbraucherschützer wissenschaftlich leitet.

Rahmen brach nach

10 000 Kilometern

Die Prüfer haben zwölf gängige Modelle auf die Straße und ins Prüflabor geschickt. Dabei zeigten sich erhebliche Qualitätsunterschiede, die zum Teil auch sicherheitsrelevant waren. „Mangelhaft“ schnitten zwei Räder ab, das Pegasus E-Tour sowie das Ruhrwerk E-Bike. Pegasus musste nach Angaben der Stiftung bereits im vergangenen Jahr 11 000 Räder zurückrufen, weil Rahmen gebrochen waren. Im Test zeigte sich dieser Schwachpunkt wieder. Nach der Hälfte der Laufleistung von 20 000 Kilometern brach der Rahmen. „Gelernt hat die betroffene Firma aus dem Schaden offenbar nichts“, kritisiert Test-Experte Peter Gurr.

Das zweite mangelhafte Elektrorad fiel wegen einer schwachen Bremsleistung durch. Es geht auch anders, wie die drei Testsieger bewiesen. Die Modelle Diamant Zouma, Kreidler Vitality Elite und Raleigh Leeds HS erhielten die Note „gut“ - alle anderen landeten im Mittelfeld.

Motor schaltet sich bei Tempo 25 ab

„Das Fahren macht richtig Spaß“, stellt Gurr fest. Die Funktionsweise der Pedelecs ist einfach zu verstehen. Sobald der Fahrer in die Pedale tritt, unterstützt ein Elektromotor die Fahrt. Bei Tempo 25 schaltet sich die Anlage automatisch ab. Dann bleibt nur die Muskelkraft als Antrieb. 250 Watt stark waren die getesteten Motoren.

Die Räder sind mit rund 30 Kilogramm Gewicht deutlich schwerer als herkömmliche Fahrräder. Große Unterschiede weisen die Modelle bei der Leistung und dem Preis auf. Die Akkus reichen für Fahrten zwischen 25 und 100 Kilometer und die Ladezeit bewegt sich zwischen zwei und über acht Stunden. Billig sind die noch jungen Räder nicht gerade. Zwischen 900 Euro und 2700 Euro kosten die Modelle.

Für Elektroräder

gilt keine Helmpflicht

Rechtlich sind die Pedelecs immer noch einfache Räder. Es gibt keine Versicherungs- oder Helmpflicht und ein Führerschein ist auch nicht vonnöten. Das gilt für Modelle ohne Anfahrhilfe und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Kilometern in der Stunde. Rollen die Räder ohne Muskelkraft an, gelten sie als Mofa. Für Pedelecs mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 25 Stundenkilometern prüft das Verkehrsministerium gerade die Einrichtung einer eigenen Führerscheinklasse.

Wolfgang Mulke

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sorgen vor strafferer Geldpolitik der EZB belasten den Dax
Frankfurt/Main (dpa) - Sorgen über eine Verschärfung der Geldpolitik in Europa haben dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag zugesetzt. Zugleich stieg der Euro deutlich.
Sorgen vor strafferer Geldpolitik der EZB belasten den Dax
Neue Vapiano-Aktien starten mit Kursplus in den Handel
Frankfurt/Main (dpa) - Die Restaurantkette Vapiano hat 15 Jahre nach der Gründung den Gang an die Börse gemeistert. Zum Handelsende am Dienstag kosteten die Aktien 24 …
Neue Vapiano-Aktien starten mit Kursplus in den Handel
EU verhängt Rekordstrafe in Milliardenhöhe gegen Google
Wenn man bei Google nach einem Produkt sucht, werden prominent Kaufangebote mit Fotos und Preisen angezeigt. Die EU-Kommission belegte den Internet-Konzern mit einer …
EU verhängt Rekordstrafe in Milliardenhöhe gegen Google
WannaCry 2.0? Auch Deutschland von weltweiter Cyber-Attacke betroffen
Weltweit werden Computernetzwerke attackiert. Das melden Konzerne aus Russland, der Ukraine, Dänemark und Frankreich. Laut dem BSI sind auch deutsche Unternehmen …
WannaCry 2.0? Auch Deutschland von weltweiter Cyber-Attacke betroffen

Kommentare