Klima-Politik

Finanzspritzen für Elektroroller: In München, Fürstenfeldbruck und Regensburg gibt es besonders viel

  • Markus Hofstetter
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Wer über den Kauf eines E-Rollers nachdenkt, dem machen viele Kommunen die Entscheidung mit einer Prämie leichter. Drei bayerische Kommunen sind vorne dabei.

München - Viele Städte wollen klimafreundlicher werden. Deswegen versuchen viele, Pendler für E-Mobilität zu begeistern. Zu den geförderten Alternativen zählen auch Elektroroller, die viele Vorteile in sich vereinen. So können sie mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45 Kilometer pro Stunde in der Stadt mit den Autos mithalten und es gibt mit ihnen kaum Parkplatzprobleme.

Doch das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel ist nicht billig. So kostet ein Unu Scooter Plus mit 5,4 PS und bis zu 100 Kilometer Reichweite 3899 Euro. Um ihren Bürgern die Anschaffung eines E-Rollers dennoch schmackhaft zu machen, fördern viele Kommunen finanziell deren Anschaffung. In der Regel muss dabei der Antrag vor dem Kauf gestellt werden. Nachträglich gibt es zumeist keine Förderung.

Finanzspritzen für Elektroroller: München gewährt die höchste Förderung

In vielen Fällen nutzen die Kommunen ihre Stadtwerke, um Zuschüsse anzubieten. Meistens ist die Voraussetzung, dass der Antragsteller ein Kunde des Stromversorgers ist. Die Höhe der Zuschüsse reicht von 50 Euro in Wiesbaden bis hin zu 1900 Euro in München.

München ist damit die Stadt in Deutschland, die den höchsten Zuschuss für den Kauf eines E-Rollers gewährt. Der Zuschuss setzt sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammen. Der Antragsteller erhält beim Kauf eines neuen E-Rollers eine Förderung von bis zu 1200 Euro, maximal wird 25 Prozent des Netto-Kaufpreises gewährt. Wer noch einen Roller mit Verbrennungsmotor verschrottet, erhält einen Abwrackbonus von 500 Euro. Wer Ökostrom tankt, also einen Öko-Stromtarifvertrag hat, für den gibt es 200 Euro obendrauf. Der geförderte E-Roller muss mindestens 36 Monate auf den Halter zugelassen sein.

Hier ist eine Musterrechnung mit dem Unu Scooter Plus. Bei einem Bruttopreis von 3899 Euro liegt der Nettopreis bei rund 3276 Euro. Da die Förderung auf 25 Prozent des Nettopreises begrenzt ist, beträgt die Förderung 819 Euro. Kommt eine Abwrackprämie und der Nachweis eines Aufladens mit Ökostrom hinzu, steigt der Betrag auf 1519 Euro. Der Eigenanteil beim Kauf sinkt also auf 2380 Euro.

Finanzspritzen für Elektroroller: Fürstenfeldbruck vorne mit dabei

Auch Fürstenfeldbruck unterstützt den Kauf eines E-Roller. Für das Fahrzeug selbst gibt es bis zu 750 Euro, maximal 25 Prozent des Kaufpreises. Zusätzlich gibt es 200 Euro Beihilfe, wenn der Antragsteller nachweist, dass er Ökostrom vom E-Werk oder von der eigenen Anlage bezieht.

Im Folgenden finden Sie einen Übersicht über weitere Kommunen, in denen der Kauf von E-Rollern gefördert wird und welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen.

Viele Kommunen fördern mit Prämien den Kauf von E-Rollern

Finanzspritzen für Elektroroller: 50 Euro Zuschuss gibt es in folgenden Kommunen

  • Sigmaringen: Der Antragsteller muss Kunde der Stadtwerke sein und das Fahrzeug mindestens zwei Jahre behalten.
  • Wiesbaden: Der Antragsteller muss Kunde der Stadtwerke Wiesbaden sein.
  • Kaarst: Der Antragsteller muss Stromkunde der Stadtwerke Kaarst sein.

Finanzspritzen für Elektroroller: 100 Euro Zuschuss gibt es in folgenden Kommunen

  • Karlsruhe: Der Antragsteller muss einen Ökostrom-Vertrag mit den Stadtwerken Karlsruher haben und den Roller beim „Zweiradzentrum Karlsruhe“ kaufen.
  • Solingen: Der Antragsteller muss Kunde der Stadtwerke Solingen sein

Finanzspritzen für Elektroroller: 150 Euro Zuschuss gibt es in folgenden Kommunen

  • Langen: Der Antragsteller muss Kunde der Stadtwerke Langen sein und die Stromtarife „Klassik“, „Premium“ oder „Öko-pur“ gewählt haben. Für die Internet-Tarife „Premium direkt“ und „Öko-pur“ direkt gibt es den halben Satz.
  • Wuppertal: Der Antragsteller muss Kunde der Wuppertaler Stadtwerke sein. Der Antrag darf bis zu zwei Monate nach Kauf gestellt werden.
  • Konstanz: Der Antragsteller muss Kunde der Stadtwerke Konstanz sein.

Finanzspritzen für Elektroroller: 200 Euro Zuschuss gibt es in folgenden Kommunen

  • Mainz: Der Antragsteller muss Kunde der Mainzer Stadtwerke sein.
  • Marburg: Der Antragsteller muss Kunde der Stadtwerke sein. Die Förderung ist auf zehn Prozent des Nettopreises begrenzt.
  • Tübingen: Der Antragsteller muss Ökostrom-Kunde der Stadtwerke Tübingen sein. Einfache Strom- oder Gas-Kunden erhalten 150 Euro Förderung. Das Geld gibt es für den Kauf eines „TüStrom-Rollers“ der Marke Niu. Wer einen anderen Roller-Typ kauft, erhält 100 Euro Förderung. Bedingung ist ein Ökostrom-Vertrag.

Finanzspritzen für Elektroroller: 250 Euro Zuschuss gibt es in folgenden Kommunen

  • Landkreis Erlangen: Der Landkreis Erlangen gibt zum Kauf eines E-Rollers 200 Euro dazu. Wer außerdem Ökostrom bezieht oder eine eigene Photovoltaik-Anlage hat, bekommt zusätzlich 50 Euro.
  • Hagen: Der Antragsteller muss Kunde des Energieunternehmens Mark E sein. Gefördert wird der Kauf eines Schweizer Kito-Rollers.

Finanzspritzen für Elektroroller: 380 Euro Zuschuss gibt es in folgender Kommune

  • Kassel: Der Antragsteller muss Kunde der Stadtwerke Kassel sein. Gefördert wird nur der Kauf eines Niu-Elektrorollers.

Finanzspritzen für Elektroroller: 400 Euro Zuschuss gibt es in folgenden Kommunen

  • Lüdenscheid: Die Stadtwerke Lüdenscheid gewähren den Zuschuss auf den Kauf eines Kito-Rollers.
  • Würzburg: Die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH gewährt den Zuschuss auf den Kauf eines Kito-Rollers.

Finanzspritzen für Elektroroller: 500 Euro Zuschuss gibt es in folgenden Kommunen

  • Aachen: Der Antragsteller muss als Kunde der Stadtwerke Aachen den Stromtarif „ÖkoPlus“ gebucht haben und im Raum Aachen wohnen.
  • Bünde: Der Antragsteller muss Kunde des Energieversorgers EWB. Vier Jahre lang werden 125 Euro Nachlass auf die Stromrechnung gewährt.

Finanzspritzen für Elektroroller: 1000 Euro Zuschuss gibt es in folgenden Kommunen

  • Friedrichshafen: Die Stadt Friedrichshafen gewährt bis zu 1000 Euro Zuschuss, maximal 20 Prozent des Kaufpreises, wenn man einen Ökostrom-Liefervertrag hat oder über eine eigene Stromerzeugung verfügt.
  • Heidelberg: Die Stadt Heidelberg gewährt bis zu 1000 Euro Zuschuss, maximal 20 Prozent des Kaufpreises für Antragsteller mit Wohnsitz innerhalb des Stadtgebiets.
  • Regensburg: Die Stadt Regensburg gewährt bis zu 1000 Euro Zuschuss, maximal 25 Prozent des Nettopreises. Es muss ein Ökostrom-Vertrag oder eine eigene Photovoltaik-Anlage nachgewiesen werden. Das Fahrzeug muss in Regensburg angemeldet und mindestens 36 Monate im Besitz des Antragstellers bleiben. In dieser Zeit muss der Aufkleber „Regensburg mobil“ am Fahrzeug angebracht werden.

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