+
Das neue Elektrogeräte-Gesetz verpflichtet Händler mit einer Lagerfläche von 400 Quadratmetern und mehr, kleinere Geräte wie Föns, Rasierapparate oder Toaster bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimetern kostenlos und ohne Kassenbon zurückzunehmen. Foto: Kay Nietfeld

Ab Oktober neues Elektrogeräte-Gesetz

Elektroschrott-Rücknahme: Online-Händler nutzen Übergangsfrist

Berlin/Ingolstadt - Der Fön ist kaputt, und ein neues Handy müsste auch mal her - Verbraucher können ihre Altgeräte jetzt auch bei großen Geschäften wieder los werden. Viele Online-Händler allerdings berufen sich vorerst noch auf die geltende Übergangsfrist.

Viele Online-Händler wollen sich mit der Rücknahme ausrangierter Elektrogeräte Zeit lassen. Angesichts der noch bis Juli 2016 geltenden Übergangsfrist empfehle man den Mitgliedsunternehmen derzeit, die Kunden mit ihren Altgeräten zu den öffentlichen Entsorgungsstellen zu bitten.

"Die Branche ist im Weihnachtsgeschäft und hat keinen Kopf dafür, sich mit dieser Regelung jetzt auseinanderzusetzen", sagt der Präsident des Branchenverbandes BVOH, Oliver Prothmann. Auch die Verbraucher hätten sich darauf offenbar eingestellt, bisher komme keine nennenswerte Zahl an Rückgabegeräten bei den Unternehmen an. "Es ist im Moment noch kein großes Thema, weil wir den Service noch nicht anbieten", sagte Prothmann.

Im Oktober war das neue Elektrogeräte-Gesetz in Kraft getreten. Es verpflichtet Händler mit einer Lagerfläche von 400 Quadratmetern und mehr, kleinere Geräte wie Föns, Rasierapparate oder Toaster bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimetern kostenlos und ohne Kassenbon zurückzunehmen.

Bei Großgeräten wie Fernsehern und Kühlschränken gilt das nur, wenn der Kunde auch ein gleichwertiges Gerät kauft. Viele große Elektrohändler wie Media-Saturn nehmen den Elektroschrott ihrer Kunden aber ohnehin schon seit Jahren zurück. Für alle anderen gilt eine neunmonatige Übergangsfrist.

Da es sich bei vielen Geräten um Gefahrengut handle, müssten Lösungen für Transport und Entsorgung gefunden werden, erklärte Prothmann: "Die Händler sind keine Schrotthändler." Noch fehle es aber an geeigneten Dienstleistern, die auch den gesetzlichen Vorgaben entsprächen. Man arbeite an Lösungen.

Eine Media-Saturn-Sprecherin sagte, das Unternehmen praktiziere die Rücknahme bereits seit Jahren freiwillig. Mit über 400 stationären Märkten fänden die Kunden ein nahezu flächendeckendes Netz zur fachgerechten Entsorgung großer und kleiner Altgeräte. Dies werde auch rege genutzt. "Nach der gesetzlichen Neuregelung stellen wir insofern keine größeren Veränderungen fest – gerade weil unseren Kunden dieser Service längst bekannt ist."

Auch für den eigenen Online-Handel werde man entsprechende Lösungen anbieten. Weil die Übergangsfrist und auch die entsprechenden Prozesse noch liefen, könnten aber noch keine Details genannt werden.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Konjunkturdelle im ersten Quartal - Bundesamt mit Details
Wiesbaden (dpa) - Die deutsche Wirtschaft hat zu Jahresbeginn einen Gang runtergeschaltet. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes stieg das …
Konjunkturdelle im ersten Quartal - Bundesamt mit Details
Kritische Aktionäre bei Deutscher Bank
Frankfurt/Main (dpa) - Mit einem neuen Chef will die Deutsche Bank das Ruder herumreißen - wieder einmal.
Kritische Aktionäre bei Deutscher Bank
GfK veröffentlicht Konsumklimastudie
Nürnberg (dpa) - Das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK veröffentlicht heute neue Daten zur Verbraucherstimmung in Deutschland.
GfK veröffentlicht Konsumklimastudie
Konkurrenz für die Bahn: Flixbus plant Zug von München nach Berlin
Wird Bahn fahren jetzt günstiger? Flixbus plant im kommenden Jahr auch Züge zwischen Berlin und München anzubieten - und das sogar auf einer besonderen Strecke. 
Konkurrenz für die Bahn: Flixbus plant Zug von München nach Berlin

Kommentare