Nur Elementarschadenversicherung zahlt nach Naturkatastrophen

- Wenn der Sturm ein Hausdach abdeckt, Feuer die Wohnungseinrichtung vernichtet oder Hagelkörner das Auto zerbeulen: Stets kann der Eigentümer des Hauses, der Möbel sowie des Autos auf Ersatz hoffen - wenn er eine entsprechende Versicherung abgeschlossen hat. Die Wohngebäudeversicherung hilft dem Hauseigentümer, die Hausratversicherung dem Mieter und die Vollkaskoversicherung dem Autobesitzer.

Bei anderen "Elementarschäden" - etwa durch "Schneedruck", wie in den letzten Wochen vor allem in Bayern geschehen - dürften die meisten Geschädigten allerdings leer ausgehen: Für solche Naturereignisse sind die herkömmlichen Versicherungen nicht geschaffen. Wer also nach Schneedruck oder auch nach der Schneeschmelze wegen einer Überschwemmung als "Wasseropfer" den Schaden ersetzt haben möchte, der muss eine "ergänzende Elementarschadenversicherung" abgeschlossen haben. Diese kann zusätzlich zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgeschlossen werden.

Selbstbehalte bis zu 5000 Euro möglich

Das dürfte aber bei den wenigsten der Fall sein. Dies umso weniger, als solche Zusatzversicherungen nur im "Paket" angeboten werden, also zum Beispiel auch Versicherungsschutz bei Schäden durch Erdbeben, Erdrutsch und Lawinen einschließen.

Wer eine Elementarschadenversicherung vorweisen kann, der bekommt aber auch nicht unbedingt etwas aus dem Versicherungstopf seiner Gesellschaft. Der Grund: Die Selbstbehalte (vergleichbar der Kaskoversicherung beim Pkw) betra-gen 10 bis 20 Prozent beziehungsweise 50 bis 2500 Euro - je nach Versicherungsgesellschaft. Maximal darf ein Selbstbehalt von 5000 Euro festgesetzt werden.

Apropos Pkw: Leer ausgehen werden auch Autofahrer, deren Wagen beschädigt wurde: Die Vollkaskoversicherung kommt dafür nicht auf, weil es sich zum Beispiel nicht um eine "unmittelbare Einwirkung von einer Schneelawine" handelt.

Elementarschadenversicherungen kosten übrigens nicht die Welt. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft in Berlin sind Hausratversicherte mit zusätzlichen 45 Euro pro Jahr dabei, Wohngebäudeversicherte ab 40 Euro im Jahr, je nach "Gefahrengebiet" von Zone I bis Zone IV.

Diese Versicherung kostet nicht die Welt

Allerdings bekommt nicht jeder diese Zusatzversicherung. Für Wohngebäude in "gefährdeten" Gebieten oder bei einem größeren beziehungsweise mehreren kleineren Vorschäden in den letzten zehn Jahren können Interessenten keinen Versicherungsschutz erhalten, teilt der Bund der Versicherten mit. Interessenten ohne Bedarf würden diese Zusatzversicherung problemlos und diejenigen mit Bedarf ihn gar nicht oder nur sehr schwer und dann zu relativ hohen Prämien bekommen. So seien die Prämien für ein Haus in einer Flussau, wenn es denn doch versichert wird, sehr hoch.

Aktuelle Naturereignisse wie das Schneechaos in Ostbayern dürften den Versicherern neuen Zulauf bringen.

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