Elon Musk: Der Tesla-Chef spielt jetzt in der Königsklasse.
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Elon Musk: Der Tesla- und SpaceX-Chef erlaubt sich bei Twitter einen Scherz unterhalb der Gürtellinie.

Duell der Super-Milliardäre

„Kriegt ihn nicht hoch“: Elon Musk lästert über Amazon-Chef Jeff Bezos und feiert Sieg im Mond-Wettkampf

  • Jonas Raab
    VonJonas Raab
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Elon Musk sticht mit seinem Raumfahrtkonzern SpaceX Amazon-Chef Jeff Bezos aus und nimmt seinen Lieblingsfeind auf die Schippe - die Tweets dazu sind nicht immer jugendfrei.

Hawthorne - Elon Musk will hoch hinaus. 384.400 Kilometer hoch. Zum Mond. Vermessen? Mitnichten! Vor knapp zwei Wochen hat der Tesla-Chef einen Großauftrag an Land gezogen – nicht mit Tesla, sondern mit seinem zweiten Standbein, dem Raumfahrtunternehmen SpaceX: Das Unternehmen soll eine Mondlandefähre entwickeln und dafür sorgen, dass erstmals seit 1972 wieder ein Astronaut den Mond betritt. Der mit 2,9 Milliarden Dollar dotierte Auftrag ist für Musk von immenser Bedeutung – auch, weil er damit seinen Dauerrivalen Jeff Bezos ausgestochen hat.

Ähnlich wie der Tesla-Boss hat sich auch der Amazon-Gründer einen Raumfahrt-Unternehmen gegönnt: Blue Origin. Damit hatte sich Bezos‘ ebenfalls um den Auftrag beworben. Weil er leer ausging, hat er jetzt formelle Beschwerde gegen die Vergabe beim Government Accountability Office eingereicht. Die Entscheidung für SpaceX sei „fehlerhaft“, Amerikas Rückkehr zum Mond werde „nicht nur verzögert, sondern gefährdet“. Blue Origin stört laut FAZ unter anderem, dass die Nasa anders als erwartet den Auftrag nur an ein und nicht an zwei Unternehmen vergeben hat. Musk amüsiert sich derweil bei Twitter köstlich und stichelt gegen Bezos - und das nicht ganz jugendfrei.

Elon Musk macht sich bei Twitter über Jeff Bezos lustig - und greift dabei unter die Gürtellinie

„Er bekommt ihn nicht hoch (in den Orbit) lol“, antwortet Musk einem User, der über die Blue-Origin-Beschwerde twittert. Zudem kramt Musk einen zwei Jahre alten Tweet hervor, in dem er sich schon einmal über die Mondpläne von Jeff Bezos lustig gemacht hat: Damals hatte Musk Bezos‘ „Blue Moon“-Landekapsel in „Blue Balls“ umgetauft. Das ist der englische Begriff für sogenannte Kavaliersschmerzen. Sie können bei Männern nach sexueller Erregung auftreten. Im Englischen wird der Begriff umgangssprachlich für unbefriedigtes Verlangen verwendet.

Der Auslöser für die wechselseitige Abneigung ist nicht ganz klar. Möglicherweise ist Musk schlicht sauer, dass Jeff Bezos ihn kürzlich laut der aktueller Forbes-Liste wieder als reichsten Mann der Welt ablöste. Jetzt reibt Musk dem Amazon-Gründer seinen Mondfahrt-Triumpf unter die Nase.

Elon Musk sticht Jeff Bezos aus: Betritt schon 2024 der nächste Mensch den Mond?

Für Jeff Bezos und Blue Origin ist der Ausgang des Rennens tatsächlich eine bittere Enttäuschung. Die Apollo-Missionen zum Mond Ende der 1960er-Jahren haben Bezos schon immer fasziniert. Er bezeichnete es gar als „wegweisenden Moment“ in seinem Leben, als er im Kindesalter gebannt auf dem Fernseher verfolgte, wie Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat. Vor einiger Zeit ließ er sogar Teile der Saturn-V-Rakete, mit der Armstrong seine Reise begannen, aus dem Atlantik bergen ließ.

Das aktuelle Mondprojekt, bei dem nicht Bezos, sondern Musk zu Zuge kommt, stammt aus Donald Trumps Feder. Es trägt den Namen „Artemis“, benannt nach der Mondgöttin und Zwillingsschwester von Apollo. Der frühere US-Präsident strebte an, bis 2024 einen Menschen zum Mond zu schicken. Trumps Nachfolger Joe Biden hält offenbar am ambitionierten Programm fest, allerdings erwäge die Regierung laut FAZ Änderungen im Zeitplan. Die Rückkehr auf den Mond könnte sich demnach verschieben. Unter den zwei Astronauten, die den Mond betreten werden, soll nach den Plänen der Nasa übrigens auch eine Frau sein. Sie wäre dann die erste Frau auf dem Mond und hätte ganz gewiss – allein schon aus biologischen Gründen – keinen Bedarf an einem derart kindischen Wettmessen auf Twitter.

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