+
Das Silicon-Valley-Portal "The Information" hat darüber berichtet, dass Musk die Kontrolle über die Produktion des ersten Tesla-Modells für einen größeren Käuferkreis übernommen habe. Foto: John Raoux/AP

Probleme mit Tesla 3

Elon Musk richtet Schlaflager bei Tesla ein

Teslas Model 3 gilt als Hoffnungsträger für den US-Elektroautobauer. Doch die Produktion ist von Pannen begleitet und bleibt hinter dem selbst gesteckten Ziel zurück. Jetzt schaltet sich Konzernchef Elon Musk persönlich in die Fertigung ein.

Palo Alto (dpa) - Tesla-Chef Elon Musk will sich jetzt persönlich um die Fortschritte bei der Produktion des Model 3 kümmern.

Er wolle derzeit nicht alleine Produktionschef Doug Field die Aufsicht überlassen. "Jetzt heißt es aufteilen und erobern", schrieb der 46-jährige Konzern-Chef bei Twitter. Dazu werde er auch wieder sein Schlaflager in der Tesla-Fabrik aufschlagen. "Das Auto-Geschäft ist die Hölle", schrieb Musk.

Zuvor hatte das Silicon-Valley-Portal "The Information" darüber berichtet, dass Musk die Kontrolle über die bislang unbefriedigend verlaufende Produktion des ersten Tesla-Modells für einen größeren Käuferkreis übernommen habe. Tesla macht gerade schwer zu schaffen, dass die Produktion des Model 3 immer wieder durch Pannen zurückgeworfen wird und dadurch deutlich langsamer anläuft als geplant.

Am Dienstag teilte Tesla nun offiziell mit, bei der Fertigung seines Hoffnungsträgers hinter den Erwartungen zurückzubleiben. Im ersten Quartal wurde die Produktion zwar stark erhöht, doch das selbst gesteckte Ziel von 2500 Wagen pro Woche konnte nicht erreicht werden. In den vergangenen sieben Tagen liefen lediglich 2020 Model 3 vom Band, hieß es in einer Mitteilung.

Insgesamt stellte die Firma in den drei Monaten bis Ende März 34.494 Fahrzeuge her, was einem Anstieg von 40 Prozent zum Vorquartal entspreche. Allerdings entfielen nur 9766 Stück auf das Model 3, der Rest verteilte sich auf die älteren und deutlich teureren E-Autos Model S und Model X.

Die Erwartungen an das Model 3, Teslas ersten Mittelklassewagen für den Massenmarkt, sind enorm hoch. Das ab 35.000 Dollar erhältliche Auto soll die Firma und damit auch die E-Mobilität von der Nische in den Mainstream bringen. Doch beim Anlauf der Serienproduktion hakte es bislang. Schon im Vorquartal waren Musks Vorgaben massiv verfehlt worden, seitdem gab es etliche Berichte über anhaltende Probleme.

Trotzdem hält Tesla an seinem Ziel fest, bis Mitte des Jahres 5000 Model 3 pro Woche zu produzieren. "Wir rechnen damit, dass die Produktionsrate rapide ansteigen wird", heißt es in der Mitteilung. Am Markt kam das gut an, die Aktie startete mit einem deutlichen Kursplus in den US-Handel. Anleger hatten ihre Erwartungen offenbar bereits gesenkt und noch schlechtere Zahlen befürchtet.

Eintrag von Musk auf Twitter

Tesla-Mitteilung

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW-Betriebsratschef will Emder Werk ausgelastet sehen
Stadtgeländewagen werden immer beliebter - vor allem Limousinen geraten unter Druck. Das merkt auch der Branchenriese Volkswagen. Betriebsratschef Osterloh sorgt sich um …
VW-Betriebsratschef will Emder Werk ausgelastet sehen
Ratingagenturen stufen Kreditwürdigkeit der Türkei herab
Die Türkei steckt in einer Finanzkrise. Die könnte sich verschärfen nach nochmals schlechteren Noten maßgeblicher Bonitätswächter. Was wiederum Einfluss auf die Kosten …
Ratingagenturen stufen Kreditwürdigkeit der Türkei herab
Griechenland-Hilfen: EU-Kommissar zieht kritische Bilanz
Brüssel (dpa) - Kurz vor dem Ende der Euro-Rettungsprogramme für Griechenland hat EU-Kommissar Pierre Moscovici Kritik an der Rolle der europäischen Institutionen …
Griechenland-Hilfen: EU-Kommissar zieht kritische Bilanz
Chinas Vormarsch: Staatssekretär für europäische Allianzen
Chinesische Investoren greifen zunehmend nach deutschen Hightech-Firmen - der Bund will nun genauer hinschauen. Wirtschafts-Staatssekretär Bareiß sagt, warum und wie …
Chinas Vormarsch: Staatssekretär für europäische Allianzen

Kommentare