Ein modifizierter Tesla Model X fährt im Tunneleingang während einer Enthüllungsveranstaltung für einen Testtunnel.
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Ein modifizierter Tesla Model X fährt im Tunneleingang während einer Enthüllungsveranstaltung für einen Testtunnel.

Unterirdisches Tunnelprojekt

Wettbewerb von Elon Musk: Münchner Studenten gewinnen – Teilnehmer vermissen Hauptattraktion

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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Tesla-Gründer Elon Musk will den Verkehr durch ein unterirdisches Straßensystem entlasten. Bei seinem jüngsten Wettbewerb dazu knirschte es aber.

München - Das englische Wort ‚to bore“ heißt ins Deutsche übersetzt „bohren“ – aber auch „langweilen“. „Not-a-Boring Competition“ nennt sich in Anspielung darauf ein weltweiter Wettbewerb des US-Milliardärs Elon Musk. Studierende der Technischen Universität München (TUM) haben ihn gewonnen.

Bei der Challenge sollten die Teilnehmer einen bis zu 30 Meter langen Tunnel bohren. Das TUM-Team habe 22 Meter geschafft, teilte die Hochschule mit.

Tunnel-Challenge von Musk: „Immer wurden wir von der Boring Company hingehalten“

Was das Handelsblatt unter der Zeile „Bohrende Probleme“ über die Challenge berichtet, klingt allerdings nicht so gut. Von zwölf eingeplanten Mannschaften traten dem Bericht zufolge nur acht an, aus „Sicherheitsgründen“ durften aber nur zwei tatsächlich bohren. Neben der TU München noch das Team der ETH Zürich.

Wie die TUM entsprechend berichtet, hätten nur Deutschland und die Schweiz die strengen Sicherheitsauflagen erfüllt und auf der gesamten Strecke antreten dürfen. Mehr als ein Jahr lang waren die Studentinnen und Studenten damit beschäftigt, die 22-Tonnen-Maschine zu entwickeln.

Musk-Tunnel: Laut Medienbericht im Vergleich zu Tesla oder SpaceX ein Flop

„Seit Montag warten wir auf den Kompressor, immer wieder wurden wir von der Boring Company hingehalten“, ärgerte sich ein Mitglied eines disqualifizierten Teams gegenüber dem Handelsblatt. Enttäuscht seien alle Teilnehmer auch gewesen, weil sich Musk bei dem Event nicht blicken ließ.

Anders als die Fahrzeuge von Tesla oder die Raketen von SpaceX verkaufen sich die Tunnelprojekte laut Handelsblatt bislang kaum. 

Ein Indiz für den stockenden Absatz liefert die Verwunderung von Roland Leucker, Geschäftsführer der Studiengesellschaft für Tunnel und Verkehrsanlagen (Stuva). Ihm zufolge schafften aktuelle Tunnelvortriebsmaschinen teils bereits halb so viel wie bei der Challenge-Vorgabe. „Musk tut so, als ob die Technik nicht schon da wäre. Was er mit Boring vorhat, ist schon alles in Deutschland vorhanden“, sagt er.

„Boring Company“ von Musk: Bislang mehr Merchandise als fertige Projekte

Eine höhere Bohrgeschwindigkeit helfe seiner Meinung nach nur wenig. Der eigentliche Zeitfresser seien die Genehmigungen. Überhaupt machten die Bohrkosten nur einen Bruchteil der Gesamtausgaben aus. Teurer seien der Landkauf, die Projektgestaltung und der Bau der Stationen, so Leucker.

Mit seiner „Boring Company“ will Musk das Verkehrschaos durch innovative Tunnel beseitigen. Hier hapert es aber noch, bisher machte die Firma eher durch Merchandising als durch die von Musk versprochene Revolutionierung des Personenverkehrs von sich reden.

Und erst einen Tunnel hat die Boring Company fertiggestellt: Den „Las Vegas Convention Center Loop“ , 2,7 Kilometer lang und laut Handelsblatt 55 Millionen Dollar teuer. Roboterautos aber fahren hier dem Bericht zufolge nicht. Chauffeure lenken bei einem Tempolimit von 56 Stundenkilometer die Fahrzeuge durch den engen Durchgang. (frs mit Material der dpa)

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