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Elon Musk droht Twitter-Mitarbeitern mit Entlassung – und schlägt neue Funktionen vor

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Von: Lisa Mayerhofer

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Zuletzt herrschte Unsicherheit, ob Tesla-Chef Elon Musk Twitter überhaupt noch kaufen will. Doch in einer Unterhaltung mit Twitter-Mitarbeitern wurde der Tech-Milliardär nun ziemlich konkret.

San Francisco – Das Drama um die umstrittene Twitter-Übernahme durch den Tech-Milliardär Elon Musk geht weiter. Der Tesla-Chef will schon jetzt bei Twitter mitmischen – und sprach dabei nicht nur über die Produktentwicklung des Kurznachrichtendienstes. Er gehe davon aus, dass die Mitarbeiter auf seine Vorschläge zu Funktionen hören würden, sagte Musk bei einer Videokonferenz mit Twitter-Beschäftigten.

Die Unterhaltung mit Musk am Donnerstag war zwar nur für die Belegschaft gedacht – Twitter-Mitarbeiter teilten Informationen daraus jedoch so freigiebig, dass mehrere große US-Medien Liveblogs aufsetzen konnten.

Musk: Twitter-Nutzer sollten „ziemlich empörende“ Dinge veröffentlichen dürfen

Unter den Produktideen für Twitter, die Musk dabei am Donnerstag nannte, war zum Beispiel, für die heute kostenlose Verifizierung der Nutzer Geld zu nehmen. Auch bekräftigte er die Absicht, gegen automatisierte Bot-Accounts anzukämpfen. Außerdem bekräftigte der Tech-Milliardär seine Forderung, dass es Twitter-Nutzern erlaubt werden sollte, auch „ziemlich empörende“ Dinge zu veröffentlichen. Twitter könne aber die Verbreitung solcher Tweets drosseln.

Der Tesla-Chef verriet auch seine Ziele für den Kurznachrichtendienst: Er wolle Twitter auf eine Milliarde Nutzer bringen, sagte Musk. Nach jüngsten verfügbaren Zahlen hatte Twitter rund 230 Millionen täglich aktive Nutzer, denen der Dienst Werbung anzeigen kann, weil sie auf die hauseigene App oder die Web-Version zurückgreifen. In einem möglichen Hinweis auf die künftige Ausrichtung lobte Musk die chinesische Video-App Tiktok dafür, dass sie für Nutzer Clips heraussuche, die unterhaltsam seien.

Elon Musk hat seinen Twitter-Kauf vorübergehend ausgesetzt.
Elon Musk hat seinen Twitter-Kauf vorübergehend ausgesetzt. © John Angelillo/Imago

Nach Twitter-Übernahme: Elon Musk droht Mitarbeitern mit Entlassung

In diesem Zuge bereitete Musk die Twitter-Belegschaft auch auf mögliche Jobkürzungen vor. Twitter müsste finanziell gesund sein – und im Moment lägen die Kosten über den Erlösen, betonte er. Wer einen bedeutenden Beitrag leiste, habe jedoch nichts zu befürchten. Wertvolle Mitarbeiter kämen laut Musk auch eher infrage dafür, weiter von Zuhause aus arbeiten zu dürfen.

Der Online-Dienst hatte den Beschäftigten zuvor zugesagt, dass sie auch nach dem Ende der Pandemie nicht zurück in die Büros gezwungen würden. Doch Musk schrieb gerade erst bei den beiden von ihm geführten Firmen – dem Elektroautobauer Tesla und dem Raumfahrtunternehmen SpaceX – eine allgemeine Präsenzpflicht vor.

Elon Musk: Ausgang von Twitter-Übernahme weiter ungewiss

Weiter ist unklar, ob Musk am Ende Twitter-Eigentümer wird. Er einigte sich mit dem Twitter-Verwaltungsrat zwar auf eine Übernahme, ist aber auf die Zustimmung der Mehrheit der Anteilseigner angewiesen. Zugleich erklärte er den Deal für ausgesetzt, weil er Zweifel an den Angaben zur Zahl der Fake-Accounts habe. Twitter konterte, dass Musk die Vereinbarung nicht einseitig auf Eis legen könne und zeigte sich entschlossen, sie durchzusetzen.

Während Musk den Anteilseignern 54,20 Dollar pro Aktie bietet, ging die Aktie am Donnerstag nach einem Abschlag von rund 1,7 Prozent bei 37,36 Dollar aus dem US-Handel. Musk hat also einen Anreiz, den Preis nachzuverhandeln, während viele bisherige Anteilseigner ein Interesse haben, bei seinem aktuellen Angebot zu verkaufen. Der Auftritt vor den Mitarbeitern wurde als Zeichen dafür gewertet, dass Musk weiter grundsätzlich am Kauf von Twitter interessiert ist. Direkt äußerte er sich in der Unterhaltung nicht dazu. (dpa/lma)

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