Wo Eltern die Kleinen unterbringen können

Kinderbetreuung: - Im Jahr 2013 soll es für jedes dritte Kind unter drei Jahren einen Krippenplatz geben. So will es Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU). Für berufstätige Eltern von heute kommt diese Hilfe allerdings zu spät. Welche Möglichkeiten gibt es schon heute und was kosten sie?

Kinderkrippe

Vor allem in den alten Bundesländern deckt das Angebot an Krippenplätzen bei weitem nicht die Nachfrage. Angelika Berchtold, Bereichsleiterin für Kinderkrippen in München, rät deshalb: "Eltern sollten ihr Kind bereits während der Schwangerschaft für die Kinderkrippe anmelden." Zudem empfiehlt sie, den Nachwuchs gleich bei mehreren Krippen vormerken zu lassen. Die Kosten der Kinderkrippe liegen je nach Einkommen der Eltern und Dauer der Betreuung bei bis zu 450 Euro im Monat. Es gibt jedoch starke regionale Unterschiede.

Tagesmutter

Klappt es mit dem Krippenplatz nicht, können Eltern auch eine Tagesmutter für ihren Nachwuchs suchen. Vorteil: Eine Tagesmutter kann flexibler auf die Arbeitszeiten der Eltern eingehen, als es bei Tageskrippen der Fall ist. Tageseltern betreuen bis zu fünf Kinder gleichzeitig, die maximal 14 Jahre alt sein dürfen. "Die meisten Tagesmütter haben sich aber auf die Altersgruppe der unter dreijährigen spezialisiert", sagt Jutta Hinke-Ruhnau, Fachreferentin für Weiterbildung beim Tagesmütter-Bundesverband. Vermittelt werden die Tages-Eltern von den örtlichen Jugendämtern, die sich bei finanziell schwachen Eltern gegebenenfalls an den Kosten beteiligen. Je nach Bundesland verdienen Tageseltern zwischen drei und sechs Euro in der Stunde.

Eltern, die eine Tagespflegeperson suchen, sollten darauf achten, dass die Bewerber eine Erlaubnis des zuständigen Jugendamtes haben. Diese wird vergeben, wenn die Tagesmutter entsprechende Schulungen besucht hat und über geeignete Räume verfügt. Es empfiehlt sich, einen Betreuungsvertrag abzuschließen, in dem neben finanziellen und rechtlichen Belangen auch wichtige Grundsätze der Erziehung festgehalten werden. In Ausnahmefällen betreuen Tagesmütter die Kinder auch im Haus der Eltern - dann aber nur gemeinsam mit weiteren Kindern.

Au-pair-Kräfte

Eine preiswerte Alternative sind Au-pairs, also junge Erwachsene, die ins Ausland gehen und sich dort in Gastfamilien um die Kinder kümmern. Das Wort "aupair" kommt aus dem Französischen und bedeutet "auf Gegenseitigkeit", ein Au-pair sollte im besten Fall wie ein Familienmitglied behandelt werden. Normalerweise arbeiten sie nicht länger als 30 Wochenstunden. Dafür bekommen Au-pairs ein monatliches Taschengeld von rund 260 Euro. Kost und Logis werden ebenso von der Gastfamilie getragen, wie eine Unfall-, Haftpflicht- und Krankenversicherung (monatlich 40 Euro). Im Internet sind unter der Adresse www.guetegemeinschaft-aupair.de geprüfte Au-pair-Agenturen aufgelistet. Die Vermittlung einer solchen Hilfskraft kostet etwa 500 Euro.

Einzelbetreuung

Sie ist nur zu haben, wenn Eltern selbst eine Erzieherin anwerben. Das ist allerdings nicht billig: Erzieher in Vollzeit verdienen bis zu 2500 Euro brutto. Zusätzlich müssen Eltern Sozialabgaben bezahlen.

Weitere Informationen:

Rund um Kinder und Familie:

www.familienhandbuch.de www.elternimnetz.de www.bmfsfj.de/kinderbetreuungsboerse

Tagesmutter:

www.tagesmutter.de www.tagesmuetter-bundesverband.de

Elterninitiativen:

www.bage.de www.mueze-netz.de

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