EM.TV freut sich über kleinen Gewinn

- Unterföhring - Während EM.TV-Finanzchef Andreas Pres den Journalisten die Bilanz des Medienunternehmens auseinander setzte, reichten ihm beflissene Mitarbeiter einen mit dem Bundesadler bedruckten Stapel Papier: das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum staatlichen Wettmonopol. Die Entscheidung aus Karlsruhe ist für EM.TV von großer Bedeutung.

Zwar betonte der für das Segment Sport zuständige Vorstand Rainer Hüther, man sei "auf alles vorbereitet", doch soll gerade Werbung für Anbieter von Sportwetten und Glücksspielen dem Unternehmen in Unterföhring (Landkreis München) neues Wachstum bringen.

Finanzvorstand Pres verkündete für das abgelaufene Geschäftsjahr den ersten echten Vorsteuergewinn, den das Unternehmen nach Jahren der Krisenbewältigung erzielt hat. 2004 hatte zwar schon ein Plus von 142,5 Millionen Euro zu Buche geschlagen, doch das war durch Sondereffekte in der Bilanz bedingt. Diesmal reichte es auch ohne Verzerrungen für schwarze Zahlen - wenn auch kleine. 0,8 Millionen Euro betrug der Gewinn vor Steuern, unter dem Strich wurde ein Plus von 0,2 Millionen Euro verbucht, wie das Unternehmen mitteilte. Dabei habe man viel investiert, etwa in den Kauf der Übertragungsrechte für den UEFA-Pokal.

Im Bereich Sport, zu dem der Fernsehsender DSF, das Internetportal Sport1 und die Produktionsfirma Plazamedia gehören, erhofft sich EM.TV deutliches Wachstum. Der Umsatz des Unternehmens, der 2005 nur leicht auf knapp 210 Millionen Euro gestiegen war, soll heuer um mindestens zehn Prozent zunehmen. "Das ist eine konservative Ansage", erklärte Pres. "Möglicherweise gelingt uns mehr." Auch beim Ergebnis soll es aufwärts gehen.

Dabei hofft das Unternehmen auf die Fußball-WM, die die Zugriffszahlen des Internetportals hochtreiben und der Produktionsfirma reichlich Aufträge bringen soll. Außerdem zielt EM.TV auf zusätzliche Werbeerlöse von Wett- und Spielefirmen wie Pokerplattformen. Wie sich die Entscheidung aus Karlsruhe darauf auswirken wird, wollten die Vorstände nicht kommentieren. Das sei zunächst eine Sache für Juristen. Ein solcher sitzt bei EM.TV mit Vorstandschef Werner Klatten an oberster Stelle. Doch der verpasste die Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens. Er lag mit Grippe im Bett.

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