EM.TV: Neuer Name, neuer Firmensitz, neues Kerngeschäft

- Der Münchner Medienkonzern EM.TV setzt auf Sport als künftig alleiniges Zugpferd. Das Geschäft mit Kinder- und Jugendfilmen steht vor dem Verkauf. Damit kappt der einstige Börsenstar seine Wurzeln. Er wolle sich künftig auf das "schnelle Pferd" des Sportgeschäfts konzentrieren, das die EM.TV rund um ihren Sportsender DSF betreibt, sagte Firmenchef Werner Klatten.

Für den Unterhaltungsbereich - dazu zählen die Rechte an "Biene Maja" und "Wickie und die starken Männer" sowie "Heidi" - gebe es bereits Interessenten. Die Trennung davon ist konsequent, weil die jüngst zugekaufte Sparte Sport zuletzt ohnehin der dominierende Geschäftsteil war. Zu ihr zählen neben dem DSF auch die Produktionsfirma Plazamedia und das Internetportal Sport1.

Zur Stärkung des Sportbereichs will Klatten auch den Verkaufserlös der Unterhaltungssparte nutzen, deren Bilanzwert er auf 80 Millionen Euro bezifferte. 1999 hatte EM.TV in diesem Bereich für 250 Millionen Euro vom späteren Pleitier Leo Kirch noch ein großes TV-Rechtepaket mit Kinderfilmen erworben. Der Markt für Kinder- und Jugendprogramme sei ungebrochen schwierig, begründete Klatten die Trennung. Sie wanderten immer mehr von großen Sendern hin zu Spartenkanälen für die Jugend ab.

Im Zuge der Neuausrichtung soll die EM.TV in EM Sport Media umfirmieren und ihren Sitz von Unterföhring nach Ismaning verlagern. Zudem bringen die Verkaufspläne eine Verringerung bisheriger Geschäftsziele mit sich. Statt 250 Millionen Euro Umsatz peilt EM.TVv nun für 2007 noch 215 Millionen Euro an. Für das Ergebnis vor Steuern gilt eine Spanne von 12 bis 14 statt bisher 14 bis 16 Millionen Euro. Im Auftaktquartal diesen Jahres liefen die Geschäfte indessen besser als erwartet. Die Umsätze blieben stabil bei 60 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn verdoppelte sich dabei fast auf 5,6 Millionen Euro.

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