+
Die Bundesumweltministerin will das Ende der kostenlosen Plastiktüte. Die Verhandlungen mit dem Einzelhandel gestalten sich jedoch zäh. Foto: Patrick Pleul/Archiv

Ende der Gratis-Plastiktüte: Hendricks erhöht Druck auf Handel

Berlin (dpa) - Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat den Handel ermahnt, seine angekündigte Selbstverpflichtung zur kostenpflichtigen Plastiktüte nicht endlos zu verschleppen.

"Wenn die Branche sich nicht auf eine Selbstverpflichtung einigen kann, dann ist eine Regelung per Ordnungsrecht unausweichlich", sagte Hendricks der Deutschen Presse-Agentur. In den nächsten zehn Jahren muss der Verbrauch laut einer EU-Vorgabe auf 40 Tüten im Jahr sinken. Aktuell benutzt jeder Einwohner Deutschlands im Jahr durchschnittlich 71 Tüten.

Um den Konsum einzudämmen, hatte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) einen Entwurf für eine Selbstverpflichtung des Handels vorgelegt. Der Vorschlag sieht nach Angaben von HDE-Geschäftsführer Kai Falk vor, dass Einzelhändler künftig Geld für Plastiktüten verlangen sollen - wie viel, bleibt dabei ihnen selbst überlassen. "Eine freiwillige Initiative ist neuen Gesetzen vorzuziehen", sagte Falk. Er sei optimistisch, dass dieses Ziel erreicht werde.

Wann jedoch in den Verhandlungen mit dem Bundesumweltministerium eine Einigung zu erwarten ist, konnte der HDE-Geschäftsführer nicht einschätzen. Schließlich diskutierten auch andere Branchenverbände mit.

Kritische Stimmen kommen demnach vor allem aus der Kleidungssparte. Im November hatte Jürgen Dax, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels, Zweifel darüber angemeldet, ob Kunden Verständnis für Bezahltüten aufbringen würden. Er ziehe eine gesetzlich vorgeschriebene Gebühr vor.

Hendricks betonte, ihr sei eine freiwillige Lösung lieber als eine weitere Verordnung. Es sei aber unklar, ob das gelingen werde. "Die kostenlose Abgabe von Plastiktüten muss beendet werden, wenn wir die EU-Vorgaben erfüllen wollen", sagte die Umweltministerin.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Weiter viele Stromabschaltungen wegen unbezahlter Rechnungen
Die Stromrechnung nicht bezahlt, die Mahnung ignoriert: Irgendwann ist es in der Wohnung kalt und dunkel. Stromsperren bleiben im reichen Deutschland ein Massenphänomen.
Weiter viele Stromabschaltungen wegen unbezahlter Rechnungen
Bietergefecht um Abertis: Zuviel für Hochtief?
Harakiri oder solides Geschäft? Der mögliche Milliarden-Deal des Essener Baukonzerns Hochtief zum Kauf des Mautstraßenbetreibers Abertis ist umstritten. Während …
Bietergefecht um Abertis: Zuviel für Hochtief?
Investor interessiert am insolventen Küchenbauer Alno
Pfullendorf (dpa) - Für die Belegschaft des insolventen Küchenbauers Alno gibt es wieder etwas Hoffnung. In der kommenden Woche würden Gespräche geführt mit einem …
Investor interessiert am insolventen Küchenbauer Alno
BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW
München (dpa) - BMW ist verärgert über die Anträge von Daimler und Volkswagen, im Fall des Kartellverdachts gegen die deutsche Autoindustrie als Kronzeugen zur …
BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW

Kommentare