Endlich nicht mehr Lohn-Weltmeister

- München - Deutschland ist endlich nur noch Vize-Weltmeister. Der zweifelhafte Ruhm, die höchsten Arbeitskosten der Welt zu bieten, gebührt jetzt Norwegen. Wie das Institut der deutschen Wirtschaft ermittelt hat, kostete im abgelaufenen Jahr jede Arbeiterstunde in den alten Bundesländern 26,36 Euro. In Norwegen waren es 28,52 Euro.

<P>Jahrelang hatten die Deutschen den Spitzenplatz inne. Nicht weil die Arbeiter so viel verdienen würden _ da liegt Deutschland nur an fünfter Stelle. Ausschlaggebend sind die enorm hohen Zusatzaufwendungen. Von 26,36 Euro sind 11,62 Nebenkosten.<BR>Hohe Kosten allein hält das Institut nicht für einen Standortnachteil. Wenn die Beschäftigten für ihre Extras eine hohe Leistung brächten, könne der Kostennachteil ausgeglichen werden, berichtet das Kölner Institut.</P><P>Deutschland darf dabei nicht als Ganzes gesehen werden. Der Osten gilt in der Untersuchung schon fast als Billiglohnland. Mit 16,43 Euro pro Arbeiterstunde (im verarbeitenden Gewerbe) liegen die neuen Bundesländer international zwischen Irland, Italien und Spanien, aber noch deutlich vor Griechenland (9,47 Euro).</P><P>Der Weltmeistertitel könnte schon in diesem Jahr zurückkehren. Die Quote der Zusatzkosten werde um 0,5 Prozentpunkte steigen, prognostiziert das Institut, hinzu kommen Währungseffekte.</P><P>Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Beschäftigungsabbau in Deutschland einen neuen Spitzenwert erreicht hat. Im zweiten Quartal sank die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 % auf 38,1 Millionen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Von April bis Juni wurden 646 000 Jobs gestrichen.<BR></P>

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