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Ausgaben für Handwerker können von der Steuer abgesetzt werden. So dürfen 20 Prozent des Lohns von bis zu 6000 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Materialkosten zählen dagegen nicht.

Endspurt zum Steuernsparen

Bis Silvester können Sie noch Steuern sparen. Hunderte Euro sind beim Jahresendspurt drin – die wichtigsten Tipps.

Strategie ist wichtig, auch bei der Steuer: Mit ein wenig Geschick können Millionen Bürger bis Silvester noch sparen und sich schon Vorteile für 2013 sichern. „Beim Jahresendspurt ist richtig viel Geld rauszuholen“, sagt Martina Bruse vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Beispielsweise, indem Arbeitnehmer, Rentner und Selbstständige auf den letzten Drücker noch gezielt investieren – für den Job, für Handwerker oder die Gesundheit.

Arbeitsmittel rechtzeitig kaufen

Für Arbeitnehmer kann sich die geballte Anschaffung von Arbeitsmitteln in den letzten Wochen dieses Jahres rechnen. Egal ob Computer, Aktentasche, Stifte, Fachliteratur oder neue Büromöbel gekauft werden, Hauptsache ist, dass über 1000 Euro in diesem Jahr an Ausgaben für den Job zusammenkommen. So hoch ist der Pauschbetrag. Er drückt die Steuer, unabhängig von einem Arbeitszimmer zu Hause. Kostet ein Arbeitsmittel inklusive Mehrwertsteuer nicht mehr als 487,90 Euro, kann der Kauf sofort und in voller Höhe steuerlich abgesetzt werden. Teureres lässt sich über Jahre verteilt abschreiben. Es kann sich zudem rechnen, das Geld für einen für 2013 geplanten Kurs oder eine Fortbildung noch bis Silvester zu überweisen.

Ausgaben für die Gesundheit absetzen

Wer dieses Jahr schon happige Ausgaben für Krankenhaus, Zahnersatz, Medikamente oder die Kinderzahnspange hatte, sollte den anstehenden Kauf der neuen Einlagen oder der Brille bis Silvester auch noch angehen, wenn es finanziell drin ist. Je mehr zusammenkommt, desto besser für die Steuer. Gesundheitsausgaben sind nämlich erst ab einer bestimmten Hürde absetzbar. Und die liegt hoch. Zusammengezählt wird alles, was der Arzt verordnet hat und was von den Kassen nicht erstattet wird. Es kann sich sogar lohnen, eine Arztrechnung noch bis Silvester zu zahlen, obwohl die Behandlung 2013 noch weitergeht.

Das Finanzamt muss mithelfen, wenn der zumutbare Eigenanteil überschritten wird. Dieser richtet sich vor allem nach dem Jahreseinkommen (Bruttoverdienst plus Einkünfte etwa aus Vermietung oder Verpachtung, minus Werbungskosten). Aber auch Familienstand und Kinderzahl sind wichtig. Je nach Lebenssituation liegt die Hürde zwischen ein und sieben Prozent des Gesamteinkommens.

Beispiele: Eine Familie mit Kind und 30 000 Euro im Jahr muss bis zu 900 Euro Krankheitskosten selbst tragen. Was darüber anfällt, kann sie von der Steuer absetzen. Für eine Familie mit drei Kindern und 40 000 Euro liegt die Grenze bei 400 Euro, für einen Single mit vergleichbarem Einkommen dagegen bei 2400 Euro.

Handwerker-Boni ausschöpfen

Richtig viel Steuerersparnis ist mit Ausgaben rund um den Haushalt drin, insgesamt bis zu 5710 Euro im Jahr. Der Vorteil lässt sich direkt von der Steuerlast abziehen. Dazu gehören Handwerkerkosten: Wer bislang erst wenige Reparaturen hatte, aber plant, die Wände streichen, die Küche modernisieren oder den Teppichboden erneuern zu lassen, sollte das bis Silvester vorziehen. 20 Prozent des Lohns von bis zu 6000 Euro dürfen abgesetzt werden. Ist der Betrag ausgeschöpft, sollten Aufträge ins nächste Jahr geschoben werden.

Absetzbar ist alles, was mit Renovierung, Erhalt oder Modernisierung zusammenhängt, allerdings nur Arbeitsleistung, Anfahrt und Maschinenmiete, kein Material. Selbst die Reparatur von Waschmaschine, Geschirrspüler oder Computer daheim zählen. Das Geld muss vor Neujahr überwiesen sein.

Außerdem absetzbar: die Beschäftigung einer Haushaltshilfe, eines Gärtners oder Fensterputzers, eines Altenpflege-, Umzugs- oder Schneeräumdienstes. 20 Prozent von bis zu 20 000 Euro dürfen in die Steuer, macht bis zu 4000 Euro im Jahr. Wer seine Putzkraft oder die Köchin als Minijobber angemeldet hat, kann die dritte Sparchance abschöpfen: 20 Prozent der Lohnkosten, maximal 510 Euro.

Steuerfreibeträge abholen

2013 geht die neue elektronische Steuerkarte an den Start. Die bisherigen Freibeträge verlieren ihre Gültigkeit. Wer auch nächstes Jahr monatlich mehr Netto auf dem Konto haben will, muss sie beim Finanzamt möglichst noch 2012 neu beantragen. Das bringt je nach Verdienst und Steuersatz monatlich einige hundert Euro mehr Netto. Freibeträge für Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen und Eintragungen für volljährige Kinder sowie die Steuerklassenkombination IV mit Faktor müssen in jedem Fall beim Finanzamt neu angemeldet werden.

Berrit Gräber

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