Asylstreit: Jetzt mischt sich Trump ein

Asylstreit: Jetzt mischt sich Trump ein

Energie: Kein Ende der Preisspirale

München - Die Preise für Mineralöl sind weltweit ins Rutschen geraten. Doch an der Tankstelle und beim Heizölkauf merkt der Verbraucher bisher nur wenig davon. Die erhoffte Talfahrt der Preise verläuft ­ wenn überhaupt ­ im Zeitlupentempo. Tatsächlich ist es für eine Entwarnung noch viel zu früh. Bei vielen Produkten drohen sogar weitere Verteuerungen.

Gute Nachrichten gibt es vor allem von den Rohstoffmärkten. Der Mineralölpreis ist seit seinem Höchststand von mehr als 147 Dollar je Barrel Mitte Juli um fast 25 Prozent gefallen.

Beispiel Benzin

Während der Mineralölpreis um fast ein Viertel zurückging, sank der Preis für Superbenzin nicht einmal um zehn Prozent. Aktuell sind 1,47 Euro zu bezahlen. Vor allem zwei Gründe macht die Sprecherin des Mineralölverbandes, Barbara Meyer-Bukow, für dieses Ungleichgewicht verantwortlich. Zum einen machte das Wiedererstarken des Dollar gegenüber dem Euro einen Teil der Preissenkungen zunichte. Schließlich wird Erdöl in Dollar abgerechnet. Zum anderen machen die Rohstoffkosten nur einen Bruchteil des Benzinpreises an der Tankstelle aus. Mehr als 60 Prozent entfallen allein auf Steuern und Abgaben.

Beispiel Gas

Doch es kommt noch schlimmer. Tatsächlich spricht einiges dafür, dass sich die Preisschraube in vielen Bereichen auch in den nächsten Monaten noch weiter drehen wird. Die Gaskunden bekommen dies schon zu spüren. Bereits zum 1. September werden nach einer Marktübersicht des Verbraucherportals Toptarif mehr als 110 Energieversorger ihre Preise erhöhen, teilweise um mehr als 20 Prozent. Noch nie seien die Gaspreise in Deutschland so stark gestiegen wie in diesem Sommer.

Der Hintergrund: Die Gaspreise sind an die Mineralölpreise gekoppelt ­ mit einer Verzögerung von rund sechs Monaten. Die Preisexplosion auf dem Mineralölmarkt in der ersten Jahreshälfte erreicht also erst jetzt die Gaskunden. Schon sind für November die nächsten Preiserhöhungen angekündigt.

Beispiel Großhandel

Doch auch im Einzelhandel stehen die Signale weiter auf Preiserhöhungen. Im Juli registrierte das Statistische Bundesamt in Deutschland den stärksten Anstieg der Großhandelspreise seit fast 27 Jahren. Der Index legte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,9 Prozent zu. Ein Warnsignal, das einen weiteren Preisschub im Einzelhandel befürchten lässt. Dies gilt umso mehr, da in den vergangenen Wochen zahlreiche Markenartikelhersteller wie Henkel (Persil, Pritt, Fa) oder Beiersdorf (Nivea, tesa) Verteuerungen ankündigten.

Außerdem sind längst nicht alle Rohstoffe billiger geworden. Deutschlands größter Stahlproduzent ThyssenKrupp etwa betonte erst in der vergangenen Woche: "Die Nachfrage nach Stahlprodukten entwickelt sich weiterhin sehr erfreulich, was sich auch in weiter steigenden Preisen äußert." Der Stahlriese beliefert nicht zuletzt die Autoindustrie.

Die Statistik

Laut Statistischem Bundesamt mussten die Verbraucher in Deutschland bereits in den Jahren 2002 bis 2006 Preissteigerungen für Strom, Gas, Heizung und Kraftstoffe in Höhe von 28 Prozent verkraften. Bis Juli 2008 sei ein weiterer Aufschlag von zirka 21 Prozent dazugekommen. Auf der Basis der Zahlen von 2002 ergebe sich so eine Steigerung um 55 Prozent. Gab der durchschnittliche Haushalt mit 2,1 Bewohnern im Jahr 2002 noch 172 Euro im Monat für Energie aus, so waren es vier Jahre später 221 Euro. Nur knapp 30 Euro mehr (249 Euro) wendeten die Bürger für Nahrungsmittel auf. Für Ende Juli haben die Statistiker monatliche Energiekosten von 267 Euro errechnet.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet
Für Audi-Chef Stadler wird es jetzt ganz, ganz eng: Er wurde unter Betrugsverdacht verhaftet. Am Nachmittag entscheidet der VW-Aufsichtsrat, wie es in Ingolstadt …
Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Staatsanwaltschaft nennt Gründe
Neuer Paukenschlag in der Abgasaffäre: Audi-Chef Rupert Stadler wurde festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft. Vergangene Woche war bereits sein Haus durchsucht …
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Staatsanwaltschaft nennt Gründe
Deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr an Tempo gewonnen
Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Wirtschaft hat nach Einschätzung der Bundesbank im zweiten Quartal wieder etwas an Tempo gewonnen.
Deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr an Tempo gewonnen
Lufthansa wirft ein Auge auf Billigflieger-Airline
Im europäischen Luftverkehr steht die nächste große Airline zur Übernahme bereit. Lufthansa will das Feld nicht kampflos der Konkurrenz überlassen und zeigt Interesse an …
Lufthansa wirft ein Auge auf Billigflieger-Airline

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.