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Die Energiekonzerne müssen nach dem Atim-Aus reagieren.

Energie-Riesen: Viele Optionen auf dem Tisch

Düsseldorf - Angesichts der Atom-Kehrtwende wächst bei Eon, RWE und Co die Unsicherheit. Verkäufe von Geschäftsteilen werden geprüft. Jetzt stellt sich die nächste Frage: Was passiert mit den Stellen?

Die deutschen Energiekonzerne gehen ans Eingemachte: Angesichts der Belastungen durch den Atomausstieg sind Verkäufe von Geschäftsteilen, finanzstarke Partner, Kapitalerhöhungen und offenbar auch Stellenstreichungen im Gespräch. Noch halten sich die großen Versorger RWE und Eon weitgehend bedeckt. Tatsache ist aber, dass den Unternehmen wegen der Atom-Kehrtwende mehrere Milliarden Euro in der Kasse fehlen. Neben entgangenen Gewinnen müssen sie etwa höhere Vorsorge für den Rückbau von Meilern treffen.

Zunächst sorgte am Wochenende ein Medienbericht über erhebliche Umbaupläne und Standortschließungen bei Eon für Aufruhr. Jetzt heißt es in einem Zeitungsbericht, möglicherweise müssten auch die Aktionäre ihren Preis für die Energiewende zahlen. Eon prüfe eine Kürzung der Mindestdividende, berichtete die “Rheinische Post“ am Dienstag unter Berufung auf Gewerkschaftskreise. Das Thema solle bei einer Aufsichtsratssitzung am Montag besprochen werden. Der Konzern wollte die Angaben auf Nachfrage nicht kommentieren. Laut Medieninformationen soll es bei der Aufsichtsratssitzung auch um eine mögliche Auflösung von drei zentralen Eon-Standorten in Deutschland gehen - und damit um Hunderte Arbeitsplätze.

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

Die Kürzung der Dividende wäre für Eon ein Schritt auf dem Weg zu dem Ziel, nach den Einschnitten durch den Atomausstieg wieder auf die Beine zu kommen. Eon hatte seinen Aktionären für 2011 und 2012 eine Dividende von mindestens 1,30 Euro je Aktie versprochen - das war allerdings noch vor der Energiewende. Im Mai hatte Finanzvorstand Marcus Schenck bei der Vorlage der Quartalszahlen bereits gesagt, Eon werde seine feste Dividendenzusage bei einer Abschaltung von Atomkraftwerken über die Zeit des Atom-Moratoriums hinaus überdenken.

Auch dem Wettbewerber RWE steht angesichts der veränderten politischen Rahmenbedingungen ein Umbruch bevor. Einem Bericht der “Financial Times Deutschland“ (Dienstag) zufolge prüft der Konzern den Verkauf mehrerer Tochterfirmen für den Vertrieb von Strom und Gas. Im Mittelpunkt der Überlegungen stünden die Frankfurter Süwag Gruppe, der Saarbrücker Versorger VSE und die Koblenzer Elektrizitätswerke. Im vergangenen Jahr erzielten die Töchter dem Bericht nach zusammen 3,2 Milliarden Euro Umsatz. Das entspreche etwa einem Sechstel des inländischen Vertriebsgeschäfts. RWE wollte die Informationen nicht kommentieren.

Der RWE-Vorstand durchkämmt derzeit den Konzern nach verkaufsfähigen Töchtern, um den Finanzspielraum zu sichern. Vorstandschef Jürgen Großmann will dem Aufsichtsrat bei einer außerordentlichen Sitzung am kommenden Montag seine Pläne präsentieren. Auch eine mögliche Kapitalerhöhung und der Stand der Verhandlungen mit dem russischen Gasriesen Gazprom werden Thema sein. RWE hatte die Trennung von Beteiligungen im Wert von acht Milliarden Euro angekündigt. Bisher ist erst ein kleiner Teil des Verkaufsprogramms realisiert, ein großer Brocken ist die Hochspannungstochter Amprion.

dpa

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