Eon Energie kündigt höhere Gaspreise an

- München - Der Strom- und Gas-Versorger Eon Energie öffnet seine prall gefüllte Kriegskasse und investiert in den kommenden Jahren Milliarden - mit Schwerpunkt in Deutschland. Der Großteil der Summe von 6,8 Milliarden Euro, den die Eon-Tochter bis zum Jahr 2007 ausgeben will, fließt in den Erhalt und Ausbau von Kraftwerken und Netzen, kündigte der Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen an.

Die Investitionen sollen unabhängig vom Ausgang möglicher Neuwahlen getätigt werden. Erst in einer Dekade ergäben sich Änderungen im Falle eines Politikwechsels. Die Union hatte angekündigt bei Regierungsübernahme eine längere Laufzeit von Atomkraftwerken zu genehmigen.<BR><BR>Theyssen begrüßte ausdrücklich die Einigung zum Energiewirtschaftsgesetz, die am Vortag den Vermittlungsausschuss passiert hatte. Das neue Gesetz soll für mehr Wettbewerb sorgen und mittelfristig für sinkende Strom- und Gaspreise sorgen.<BR><BR>Danach sieht es aber zunächst einmal nicht aus. Zwar kündigte Eon Energie an, derzeit keine weitere Anhebung der Strompreise für Privatkunden zu planen. Die Gaspreise jedoch müssten erneut erhöht werden. Grund seien stetig steigende Importpreise, die über kurz oder lang an die Kunden weitergegeben werden müssten. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres hätten die Preise auf dem internationalen Markt um 32 Prozent angezogen.<BR><BR>Erhöhte Strompreise in Deutschland haben schon im vergangenen Jahr zu wachsenden Gewinnen bei Eon Energie beigetragen. Der Vorsteuergewinn kletterte - allerdings auch begünstigt durch diverse Sondereffekte - um 20 Prozent auf 3,6 Milliarden. Die rund 36 800 Mitarbeiter erwirtschafteten einen Umsatz von 19,7 Milliarden Euro (plus acht Prozent). Schon 2004 investierte Eon Energie 2,5 Milliarden Euro - 20 Prozent mehr als im Jahr davor. Dabei entfiel jedoch der größere Teil auf Finanzanlagen. <BR><BR>Die jetzt bekräftigten Milliarden-Investitionen hingegen gehen überwiegend in Sachanlagen. "Die Grundmusik ist Bauen und Steine aufeinanderlegen", sagte Teyssen. Das will das Unternehmen zum Beispiel im oberbayerischen Irsching (Lkr. Ingolstadt) tun. Hier soll ein neues, emissionsarmes Großkraftwerk auf Gasbasis entstehen, das bereits im Sommer 2008 Strom liefern könnte. Die Genehmigungs-Vorverfahren seien bereits angelaufen.<BR><P> </P><P><BR> <BR></P>

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