Energie: Warum Heizöl nicht günstiger ist

Mit dem sinkenden Rohölpreis ist auch Heizöl wieder etwas günstiger geworden. Viele fragen sich nun, ob man jetzt bereits Heizöl kaufen sollte, oder ob es besser ist, noch etwas zu warten.

Hat man in Bayern vor wenigen Wochen noch bis zu 0,98 Euro für einen Liter Heizöl bezahlt, so ist der Preis jetzt auf durchschnittlich um die 0,85 Euro gefallen. Er liegt aber immer noch weit über dem Stand von vor einem Jahr, als ein Liter nur knapp 60 Cent kostete. Wir haben für Sie die wichtigsten Fragen zusammengestellt:

Warum ist der Preis für Heizöl nach dem Preiseinbruch beim Rohöl nicht stärker gefallen?

An den Rohstoffbörsen werden mehrere unterschiedliche Sorten Öl gehandelt. Neben dem klassischen Rohöl werden dort auch die Preise für die Folgeprodukte Benzin, Diesel oder Heizöl festgelegt. In der Grundtendenz folgen die Preise zwar dem Rohöl, die Angebots- und Nachfragesituation kann aber zu individuellen Preisausschlägen führen. Aktuell ist die Nachfrage nach Heizöl sehr hoch, weil viele nach der Preisexplosion in der ersten Jahreshälfte leere Tanks haben und sich jetzt für den kommenden Winter eindecken. Zudem sind die Preise auch regional unterschiedlich. Derzeit muss man für Heizöl in München beispielsweise fast zehn Prozent mehr zahlen als in Hamburg. Ein weiterer Grund, warum der Preis für Heizöl nicht deutlicher gefallen ist, war der zuletzt kräftige Anstieg des US-Dollar.

Welche Faktoren beeinflussen aktuell den Ölpreis?

Die Hurrikan-Saison, ein weiterer Anstieg des Dollar-Kurses, die Förderkürzung durch die Opec und geopolitische Faktoren könnten für erneut steigende Preise sorgen. Für fallende Notierungen sprechen ein konjunkturell bedingter Nachfragerückgang, eine sich abkühlende Weltwirtschaft und spekulative Verkäufe, weil die 100-Dollar-Marke nach unten durchbrochen wurde. Welche Faktoren sich letztlich durchsetzen, ist aktuell schwer einzuschätzen. Im Zuge der jüngsten Verschärfung der Finanzkrise ist der Rohölpreis zeitweise in Richtung 90 Dollar gesunken.

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Heizöl zu kaufen?

Da die Heizperiode nicht mehr weit entfernt ist, ist es ratsam, wenn die Vorräte zur Neige gehen, lieber rechtzeitig Heizöl zu kaufen. Aufgrund der aktuell sehr hohen Nachfrage muss man zudem mit längeren Lieferzeiten rechnen. Wer noch genug Öl im Tank hat, kann möglicherweise im Laufe der nächsten Monate auch auf günstigere Preise hoffen. Langfristig gehen nahezu alle Experten von wieder steigenden Notierungen aus.

Was sollte man bei der Bestellung beachten?

Bestellungen unter 3000 Liter sind häufig unwirtschaftlich, weil für Teilmengen zumeist deutliche Preisaufschläge verlangt werden. Wer gemeinsam mit Nachbarn kauft, hat die Chance einen günstigeren Preis zu erzielen. Optimal sind Mengen ab 10 000 Liter. Lassen Sie sich von Ihrem Heizöl-Lieferanten immer den Preis inklusive der Mehrwertsteuer und aller anfallenden sonstigen Kosten nennen.

Welche Heizöl-Sorten stehen bei der Bestellung zur Auswahl?

Beim Heizöl selbst gibt es mehrere Sorten. Neben dem Standard-Heizöl gibt es auch eine Premium-Sorte, die ein Qualitätsadditiv enthält, welches bessere Verbrennungseigenschaften garantiert. Das Premium-Heizöl ist zwar etwas teurer, steigert aber die Wirtschaftlichkeit beim Heizen. Des Weiteren gibt es auch noch ein schwefelarmes Heizöl.

Was sollte man bei der Öllieferung beachten?

Es ist ratsam, vor jeder Öllieferung den aktuellen Stand im Tank zu ermitteln und auch zu dokumentieren. So hat man einerseits einen Überblick über den tatsächlichen Verbrauch und kann zudem überprüfen, ob die angegebene Menge tatsächlich in den Öltank geflossen ist. Wer den Heizöllieferanten häufiger wechselt, sollte für spätere Reklamationen unbedingt das Kennzeichen des Lieferwagens notieren und die gesamte Füllung überwachen. Wichtig dabei ist auch, dass vor der Befüllung das Zählwerk auf Null steht.

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